Empfang zu Ehren des Ex-Verteidigungsministers
Scharping wird mit Zapfenstreich verabschiedet

Nach der Entlassung von Verteidigungsminister Rudolf Scharping steht am Montagabend ein Großer Zapfenstreich der Bundeswehr für den SPD-Politiker auf dem Programm.

dpa BERLIN. Knapp zwei Wochen nach dem Ausscheiden Scharpings wollten auch Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und der neue Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) an der traditionellen Zeremonie auf dem Paradeplatz des Verteidigungsministeriums in Berlin teilnehmen.

Vor Beginn der Zeremonie wollte Struck zu Ehren seines Amtsvorgängers einen Empfang geben, zu dem Vertreter aus Politik und Wirtschaft sowie aus dem diplomatischen Korps geladen waren. Auch Schröder wollte dabei Scharping seine Aufwartung machen. Spekulationen, ob Scharping wegen der Affäre um den PR-Berater Moritz Hunzinger als erstem Verteidigungsminister in der deutschen Geschichte der Zapfenstreich verweigert werden sollte, hatte Struck zuvor zurückgewiesen. Für die politische Kultur in einem Land sei es wichtig, dass Wechsel an der Spitze des Ministeriums "in Würde und gegenseitiger Achtung stattfinden".

Der Große Zapfenstreich ist ein alter militärischer Brauch. Ursprünge dieser feierlichen Form der deutschen Militärmusik gehen bis in das 16. Jahrhundert zurück. Üblicherweise werden damit alle Verteidigungsminister und hohen Offiziere geehrt. Einen Anspruch auf die Zeremonie gibt es aber nicht.

Scharping war wegen zweifelhafter Geschäftskontakte zu Hunzinger von Schröder am 18. Juli entlassen worden. Er hatte zugegeben, von Hunzinger in den Jahren 1998 und 1999 insgesamt einen Betrag von 140 000 Mark für die spätere Veröffentlichung seiner Memoiren und für drei Vorträge aus den Jahren vor seinem Amtsantritt als Minister erhalten zu haben.

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