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Empfehlung der EU-Kommission zur Vorstandsvergütung

Die EU-Kommission hat gleichzeitig auch eine Empfehlung über die ...

Die EU-Kommission hat gleichzeitig auch eine Empfehlung über die Vergütung von Direktoren verabschiedet. Darin wird empfohlen, dass die Mitgliedstaaten gewährleisten, dass börsennotierte Unternehmen ihre Politik zur Vergütung von Direktoren offen legen und den Aktionären mitteilen, wie viel die einzelnen Direktoren verdienen und in welcher Form sie bezahlt werden. Außerdem sollen die Mitgliedstaaten gewährleisten, dass die Aktionäre eine geeignete Kontrolle über diese Fragen und über Vergütungen auf Aktienbasis erhalten.
Ein Interessenkonflikt wird darin gesehen, dass geschäftsführende Direktoren an der Festlegung ihrer eigenen Vergütung beteiligt sind. Die Aktionäre müssten sicherstellen können, dass die Vergütungspolitik den Direktoren genügend Anreize gibt und richtig für das Unternehmen ist. Die Mitgliedstaaten sollten dafür sorgen, dass die Unternehmen die richtige Vergütungspolitik verfolgen und dies von den Anlegern so wahrgenommen wird. Eine angemessene Offenlegung und eine wirksame Kontrolle durch die Aktionäre seien von entscheidender Bedeutung, um das Vertrauen in die Unternehmen und Wertpapiermärkte der EU wiederherzustellen. In die inneren Angelegenheiten der Unternehmen oder einzelne Vergütungsentscheidungen soll jedoch nicht eingegriffen werden. Die Kommission will den Mitgliedstaaten auf diesem Feld vielmehr Orientierungshilfen geben, die gewährleisten, dass die Aktionäre über aktuelle Vorgänge informiert werden und wissen, wie sie etwas ändern können, wenn es ihnen nicht gefällt.
In der nichtverbindlichen Empfehlung werden die Mitgliedstaaten aufgefordert, Maßnahmen in vier Bereichen zu ergreifen:

  • Vergütungspolitik: Alle börsennotierten Unternehmen sollten im kommenden Jahr eine Erklärung über ihre Politik zur Vergütung der Direktoren veröffentlichen. Darin sollten Angaben zur Aufschlüsselung nach festen und variablen Bezügen, zu leistungsbezogenen Kriterien und zu den Parametern für jährliche Bonusregelungen oder unbare Leistungen enthalten sein. Außerdem sollte die Vertragspolitik des Unternehmens erläutert werden. Das Unternehmen sollte jedoch vertrauliche Geschäftsinformationen nicht offen legen müssen.
  • Jahreshauptversammlung: Die Vergütungspolitik der Direktoren sollte auf der Tagesordnung der Jahreshauptversammlung stehen. Zur Erhöhung der Rechenschaftspflicht sollte sie zur Abstimmung gestellt werden, die entweder verbindlich oder beratend sein kann. Eine beratende Abstimmung würde weder eine Änderung der vertraglichen Bestellung noch der Vergütungspolitik erforderlich machen.
  • Offenlegung der Vergütung einzelner Direktoren: Dazu sollten detaillierte Angaben zu folgenden Fragen zählen: Die Vergütung und/oder Bezüge einzelner Direktoren; die Aktien oder Aktienbezugsrechte, die ihnen gewährt werden; ihr Beitrag zu zusätzlichen Altersversorgungssystemen; und etwaige Kredite, Vorauszahlungen oder Bürgschaften für die einzelnen Direktoren.
  • Genehmigung von Aktien und Aktienbezugsregelungen: Variable Vergütungsregelungen, nach denen Direktoren in Aktien, Aktienoptionen oder anderen Rechten auf den Bezug von Aktien entlohnt werden, sollten der vorherigen Zustimmung durch die Jahreshauptversammlung bedürfen. Die Genehmigung bezieht sich auf das Vergütungssystem und die Regeln, die bei der Festlegung der individuellen Vergütung im Rahmen des Systems angewandt werden. Sie würde sich nicht auf die individuelle Vergütung von Direktoren beziehen.


Die Kommission wird die Anwendung der Empfehlung genau verfolgen, um festzustellen, ob mittelfristig weitere Maßnahmen sinnvoll sein könnten.
Der vollständige Wortlaut der Empfehlung kann angefordert werden bei: www.europa.eu.int/comm/internal_market/company/directors-remun/index_de.htm (Pressemitteilung der EU-Kommission vom 6. 10. 2004).

Quelle: DER BETRIEB, 13.10.2004

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