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Am Neuen Markt wird sich bald Spreu von Weizen trennen

Anleger sind kritischer bei ihren Anlagen geworden. Das glauben Analysten der NordLB.

dpa-afx FRANKFURT (dpa-AFX) - Am Frankfurter Neuen Markt wird sich nach Ansicht der Norddeutschen Landesbank (Nord LB) bald die Spreu vom Weizen trennen. Nach den Pleiten der vergangenen Zeit wählten die Anleger die Titel, in die sie investierten, kritischer aus, sagte Analyst Alexander Viets von der Nord am Montag.

Allerdings ließen sich Spekulanten auch von den jüngsten Pleiten nicht beirren und suchten hier ihr Glück. Das zeigte sich bei Infomatec, als nach einem Kursabfall wegen des Verlusts der beiden Betreuerbanken, einige Anleger wieder einstiegen. Ihre Risikobereitschaft wurde zumindest kurzfristig belohnt: Mit dem Wert geht es nach einem rapiden Kursabfall in der vergangenen Woche auf rund drei Euro wieder aufwärts. Zuletzt notierte der Titel mit 5,20 Euro, ein Plus von 8,56 %. Auch bei Gigabell, die heute mit einem Verlust von 60 % in die Tiefe schlitterten, seien Spekulanten eingestiegen, sagte Viets. Sie hofften auf einen Gewinn im Falle einer Übernahme des Unternehmens.

Bei Schreckensmeldungen reagieren Anleger sensibel

Insgesamt reagierten die Anleger jedoch sensibel auf solche Schreckensmeldungen. "Wenn sich weitere Gesellschaften anschließen sollten, wird es vorübergehend zu einem Vertrauensverlust kommen", sagt der Experte. Allerdings müsste man solche Vorkommnisse differenziert sehen. Mit einer Risikostreuung könnten sich Anleger davor schützen, dass sie so ein Fall mit voller Wucht trifft. Wichtig sei auch, dass man sich fortlaufend informiert. Allein auf Ad Hocs könnten sich Anleger dabei allerdings nicht verlassen. Eine gute Quelle seien hingegen die Geschäftsberichte.

Die so genannten Todeslisten müsse man differenziert sehen, sagte Viets. Diese hätten schon einen gewissen Wahrheitsgehalt, seien aber teilweise auch schlecht recherchiert. Als Beispiel nannte der Experte das Unternehmen Buch.de, das sich auf einer Todesliste wiederfand. "Dabei wurde von einer Liquidität von 5,5 Mill. DM ausgegangen und dabei der enorme Wertpapierbestand und die Kurzfristanlagen nicht berücksichtigt", kritisiert der Analyst. Einen solchen Imageschaden wieder auszubügeln, könne die betreffenden Unternehmen Jahre kosten.

Mehr: >>Erste Pleite am Neuen Markt schreckt Aktionäre auf

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