Ende 2001 sollen 100 000 Titel zur Verfügung stehen
Literatur kommt jetzt per Download

E-Books: Hardware, Software - und wie sich Microsoft im E-Book-Business positioniert

Vorbei ist die Zeit der Seiten mit Eselsohren und alter zerfledderter Bücher im Schrank, jetzt kommt das E-Book. Das sinnliche Leseerlebnis wird den E-Books zwar abgesprochen, doch sie bieten auch allerlei Vorteile: Der Leser kann den Text kommentieren, Stellen markieren und nach Schlagworten durchsuchen lassen. Auch die Größe der Buchstaben und die Helligkeit läßt sich ganz nach Belieben verändern. Neue Bücher bekommt man natürlich via Internet: Man holt sich die Literatur per Download und kann das Gelesene nach dem Schmökern gleich wieder löschen.

Hardware: Die E-Book Geräte

Etliche Hersteller bieten in den USA bereits Geräte zum Lesen der E-Books an. So beispielsweise das Rocket E-Book des Herstellers Nuvomedia. Es ist nicht größer als ein Taschenbuch, allerdings etwas schwerer (etwas mehr als 600 Gramm) und der 16 Megabyte große Speicher bietet Platz für ein ganzes Bücherregal: knapp 50 Bücher soll man auf diese Weise speichern können. Insgesamt sind derzeit rund 8 000 Bücher für das Rocket E-Book erhältlich.

Ein weiterer Anbieter von E-Book-Geräten ist Softbook Press. Das etwa 1,25 kg wiegende Softbook ist etwa so groß wie ein Magazin und verfügt über ein eingebautes Modem, damit das Downloaden von Buchtexten aus dem Internet noch einfacher funktioniert. Der Preis des Softbooks beläuft sich allerdings auf stattliche 600 US-Dollar.

Nuvomedia und Softbook wurden mittlerweile von Gemstar aufgekauft, einem Unternehmen, das im Bereich interaktiven Fernsehens und als Online-Anbieter von Fernsehprogrammen bekannt ist. Mittlerweile hat Gemstar zwei weitere E-Book-Modelle angekündigt, die Ende November auf den Markt kommen sollen: Das REB 1100 (Kosten ca. 300 US-Dollar) und das mit Farbdisplay ausgestattete REB 1200, für das der Kunde den stolzen Preis von 699 US-Dollar zahlen soll. Hersteller der Geräte ist RCA.

Der Hersteller Franklin Electronics will in Kürze einen Handheld-Computer anbieten, der neben dem Microsoft Reader mit einem MP3-Spieler ausgestattet ist. Der so genannte E-Bookman soll zwischen 129 und 239 US-Dollar kosten.

E-Book Software: Die Reader

Natürlich darf der Software-Riese Microsoft als Player in diesem Markt nicht fehlen: Auch mit dem Pocket PC kann der Kunde schmökern. Microsoft und kooperierende Onlinebuchhändler wie Barnes & Nobles bieten die passende Software gleich kostenlos zum Download an: Der MS Reader arbeitet mit der so genannten Clear-Type-Technik, die den Pixel-Effekt in Gestalt störender Kanten ausgleicht. Neben dem Microsoft Reader ist auch das PDF-Format der Firma Adobe als Software im E-Book-Bereich sehr verbreitet. Adobe hat Glassbook, ein auf E-Book-Technologien spezialisiertes Unternehmen, im August dieses Jahres übernommen. Glassbooks Entwicklung ermögliche zusammen mit dem PDF Merchant von Adobe einen sicheren Vertrieb der E-Books, der die Urheberrechte des Autors zuverlässig schütze, so Adobe. Leser erwerben die Kopie eines elektronischen Buches über Adobe Web Buy direkt aus dem Internet. Mit Hilfe des kostenlos herunterladbaren Adobe Acrobat Reader oder des Glassbook-Reader könne man die PDF-Dateien anschließend nicht nur auf jedem Rechner öffnen und lesen, sondern auch komplett durchsuchen lassen.

Microsoft will die Verbreitung des E-Books vorantreiben

Microsoft hat mittlerweile Vereinbarungen über eine Zusammenarbeit mit den beiden führenden Internethändlern Amazon und Barnes & Noble bekanntgegeben. Bei Barnes & Noble können Microsoft Reader und Buchtexte im Readerformat bereits jetzt heruntergeladen werden.

Microsoft hofft, mit dieser Kooperation dazu beizutragen, Verlage zu mehr E-Book-Lizenzen zu überzeugen. Das Unternehmen möchte bis Ende des kommenden Jahres bereits über 100 000 Buchtitel digital verfügbar machen können. "Es ist wichtig, besonders schnell so viel wie möglich Bücher als E-Books zu veröffentlichen.", so Dick Brass, seines Zeichens Vizepräsident der E-Merging Technology-Abteilung bei Microsoft und die treibende Kraft bei Microsoft im Bereich E-Books.

Im Mai diesen Jahre hatte Microsoft schon eine Zusammenarbeit mit Time Warner verkündet. Auf der Time Warner Webseite ipublish.com wird der Microsoft Reader angewendet. Dort soll Autoren das Publizieren ihrer Manuskripte erleichtert werden. Schriftsteller können ihre Texte dann Lektoren elektronisch zusenden. Diese Lektoren wiederum sollen die ausgewählten Werke für die Herausgabe als elektronisches Buch vorbereiten.

Auch die Verlage Penguin Books sowie Simon and Schuster haben Microsoft ihre Unterstützung zugesagt. Sie wollen ab Herbst E-Books für das Microsoft-Reader-Format anbieten, das mit einer speziellen Verschlüsselung das Kopieren und Ändern von urheberrechtlich geschützten Werken verhindert.

Damit die Buchverlage ihre Werke nicht für jeden Hersteller in einer anderen Version abliefern müssen, haben sich Unternehmen wie Microsoft, IBM, Adobe und Nuvomedia in einem Standardisierungsforum zusammengeschlossen und den Open-E-Book-Standard OEB 1.0 verabschiedet. Texte im OEB-Format können von verschiedenen Geräten gelesen werden.

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