Ende der Frühzeichnerphase
Kleinanleger haben bei Post-Aktie kräftig zugegriffen

Die Aktie Gelb ist trotz des unsicheren Börsenklimans bereits mehrfach überzeichnet - nach inoffiziellen Informationen um das dreieinhalbfache.

dpa BONN. Die Kleinanleger in Deutschland haben trotz des derzeit unsicheren Börsenklimas bei der Post-Aktie kräftig zugegriffen. Knapp eine Woche vor Ende der Angebotsfrist ist die von viel Werberummel begleitete "Aktie Gelb" bereits mehrfach überzeichnet, wie das Bundesfinanzministerium und die Deutsche Post am Sonntag in einer offiziellen Zwischenbilanz mitteilten. Anleger müssen auf Grund der hohen Überzeichnung damit rechnen, dass sie nur einen Teil der georderten Aktien erhalten werden.

Allein die Nachfrage von Privatanlegern habe das platzierte Aktienvolumen - gerechnet auf gut 278 Mill. Stück - "erheblich überstiegen", teilte die Post offiziell mit. Aus Bankenkreisen hieß es, die Aktie sei zum Ende der Frühzeichnerphase am Freitag schon um rund das dreieinhalbfache überzeichnet gewesen.

"Wir sind sehr zufrieden", sagte ein Sprecher der Deutschen Bank, die neben UBS Warburg als Konsortialführer des Börsengangs fungiert. In den anderen europäischen Ländern, wo die Aktie ebenfalls angeboten wird, hielt sich das Interesse bislang in Grenzen, wie es aus Finanzkreisen hieß.

Die reguläre Zeichnungsfrist für Kleinanleger, für die keine Vergünstigung mehr gilt, dauert noch bis diesen Donnerstag. Die Erstnotierung soll am 20. November erfolgen. Über die Zuteilung wird am nächsten Wochenende, kurz vor der Börsennotierung, entschieden. Als endgültiger Ausgabepreis werden von Experten rund 20 Euro oder auch etwas mehr erwartet.

Analysten sehen die Aktie nahezu übereinstimmend als solides Langfristinvestment und nicht als "Zocker"-Papier. Mit einem Kursfeuerwerk sei nicht zu rechnen, hieß es von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapiergeschäfte (DSW).

Wer in der Frühzeichnerphase die "Aktie Gelb" bestellte, kommt in den Genuss eines Rabatts von 0,50 Euro je Aktie. Nach zwei Jahren wird zudem eine Bonus-Aktie für je 15 Papiere fällig. In Finanzkreisen wird damit gerechnet, dass sich Privatanleger, die sich mit dem Papier eindecken wollten, dies wegen der Vorteile als Frühzeichner bereits größtenteils getan haben. Hier sei daher nicht mehr mit großen Andrang zu rechnen.

Das Geschäft konzentriere sich nun vor allem auf die institutionellen Anleger wie Investmentgesellschaften. Auch von dieser Seite sei das Interesse "sehr stark", sagte der Sprecher der Deutschen Bank. Auch die Resonanz auf die Darstellung des Konzerns sei sehr gut. Der Post-Vorstand wirbt zur Zeit auf der "Roadshow" in den USA für die Aktie.

In die Werbung für den Börsengang hat der Bund rund 100 Mill. DM gesteckt. Der erwartete Erlös für den Bund als Noch- Alleineigentümer der Post wird weit mehr als zehn Mrd. DM betragen.

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