Ende der Talsohle in Sicht
Autobranche erwartet Impulse von IAA

Die Autohersteller in Deutschland wittern vor dem großen Branchentreff auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt Morgenluft. Zwar sind im August die Absatzzahlen europaweit erneut eingebrochen. Spätestens im kommenden Jahr wollen die Unternehmen ihre Verkaufszahlen aber deutlich in die Höhe schrauben. Die größte Autoshow der Welt, die in dieser Woche beginnt, soll für die Initialzündung sorgen.

hz/hof FRANKFURT/M. Das laufende Jahr hat die Branche dagegen weitgehend abgehakt. Für den deutschen Markt erwartet das Prognose-Institut Global Insight, dass die Neuzulassungen auf insgesamt 3,2 Mill. PKW abrutschen. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) rechnet mit einer Stagnation der Zulassungszahlen bei 3,25 Mill. neuen PKW und Kombi.

Der Einbruch kam nicht unerwartet. Die Parole, dass 2003 ein Kampfjahr für die Branche wird, hatte VDA-Präsident Bernd Gottschalk schon im Frühjahr ausgegeben. Der bisherige Jahresverlauf bestätigt ihn. Seine kurze Erholungsphase im Juli konnte der Markt schon im August nicht mehr halten.

Unklar ist dabei allerdings, wie stark die Fahrzeugnachfrage im vergangenen Monat eingebrochen ist.

Der Verband rechnet mit mindestens 5 %. Das britisch-amerikanische Marktforschungsinstituts J.D. Power-LMC kommt dagegen nur auf ein Minus von 3,4 %. Bereinigt um Sondereinflüsse wie Werksferien und bevorstehende Modellwechsel habe sich der deutsche Automobilmarkt im August weiter stabilisiert, rechnen die Experten von J.D. Power-LMC vor. Insgesamt sprechen sie sogar von einer "stetigen Verbesserung" der deutschen Nachfrage.

Auf Jahressicht ist davon allerdings nichts zu spüren. In den ersten acht Monaten diesen Jahres ging die Zahl der Neuzulassungen in Deutschland um knapp ein Prozent auf rund 2,2 Mill. Autos zurück. In Europa fiel der Absatz im bisherigen Jahresverlauf sogar um 2,6 %. Vor allem die Märkte in Frankreich und Italien entwickelten sich schwach.

Auch für das Gesamtjahr 2003 rechnen die Experten mit einem Rückgang: Eine aktuelle Studie des Leverkusener Prognoseinstituts B&D Forecast sieht Westeuropa 2003 mit knapp 13,9 Mill. Neuzulassungen einen "absoluten Tiefpunkt" durchschreiten. J.D. Power-LMC prognostiziert für Westeuropa knapp 14 Millionen neu zugelassene Fahrzeuge.

Auch vom größten Automarkt der Welt, den USA, sei keine Belebung zu erwarten. Im Gegenteil, der US-Markt werde auf 16,0 bis 16,3 Mill. Neuzulassungen schrumpfen, glauben Experten.

Aber ein Ende der Talsohle ist in Sicht. Selten war die Branche so einhellig der Meinung, dass es 2004 wieder aufwärts geht. Von Mike Burns, Europa-Chef des US-Herstellers General Motors, bis Volkswagen-Chef Bernd Pischetsrieder rechnen alle Top-Automanager mit einer Erholung des Absatzes. Die Hoffnungen vor der IAA richten sich dabei vor allem auf die Golf-Klasse.

Branchenbeobachter bestätigen die positive Selbsteinschätzung der Autohersteller: "In Deutschland könnte der Absatz 2004 um 4 % zulegen", glaubt Auto-Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. Auch Friedrich Preiss, Autoexperte beim Beratungsspezialist Accenture, rechnet damit, "dass sich der Absatz deutlich beleben wird".

Doch nicht nur in Europa, auch weltweit wird die Autoindustrie nach Meinung von Experten wieder auf Wachstumskurs schwenken: 2004 werde der weltweite Pkw-Absatz um 4,7 % auf 51,8 Mill. Fahrzeuge zulegen, erwartet B&D-Forecast.

Zumindest die Erfahrung gibt den Branchenkennern Recht: Wie das Statistische Bundesamt in den vergangenen Tagen berichtete, hat die Frankfurter Automobilmesse dem Autohandel in den letzten Jahren zumeist deutliche Impulse gegeben.

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