Ende des Jahres soll Verkauf abgeschlossen werden
Telekom: Sechs Bieter für das TV-Kabel

Die Zahl der Bieter für das zum Verkauf stehende restliche TV-Kabelnetz der Deutschen Telekom AG hat sich nach Angaben des Bonner Konzerns um ein weiteres Konsortium auf jetzt sechs erhöht.

HB/vwd/dpa/rtr BONN. Das zuständige Vorstandsmitglied Gerd Tenzer sagte am Mittwoch auf der Halbjahrespressekonferenz, es habe sich eine weitere Bietergemeinschaft gemeldet und ein "attraktives Angebot" unterbreitet.

Tenzer bekräftigte die bisherige Planung, bis Ende dieses Jahres solle es zu einem Abschluss des Verkaufs kommen. Die Telekom erwarte Ende September verbindliche Angebote der sechs Bieter und werde dann entscheiden, wer in die engere Auswahl komme. Zum Verkauf stehen sechs Kabelregionen; drei hat die Telekom bereits veräußert.

Allerdings rechnet die Deutsche Telekom mit deutlich niedrigeren Einnahmen aus dem anstehenden Verkauf des TV-Kabelnetzes als zunächst geplant. Bei der Vorlage der Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2002 am Mittwoch in Bonn nannte Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick eine Summe von zwei bis vier Milliarden Euro. Anfang dieses Jahres war der bereits sicher geglaubte Verkauf von sechs regionalen Kabelgesellschaften der Telekom an den US-Medienriesen Liberty Media für einen Preis von 5,5 Mrd. Euro am Einspruch des Bundeskartellamtes gescheitert.

Jetzt ist ein Konsortium von Liberty Media wieder im Rennen. Zusammen mit mehreren Finanzinvestoren stelle Liberty die mittlerweile sechste Interessengruppe dar, mit denen bevorzugt Verkaufsverhandlungen geführt würden, bestätigte die Telekom. Der Wiederaufnahme der Gespräche mit Liberty ging eine Änderung der Strategie des US-Konzerns voraus, der bislang die verbliebenen Kabelnetz-Aktivitäten der Telekom allein kaufen wollte.

Nach erneuten Gesprächen mit dem Bundeskartellamt sieht Tenzer eine veränderte Einstellung der Behörde zum angestrebten Kabelnetzverkauf der Telekom. Seiner Einschätzung nach wird die Kartellbehörde von einem Käufer nicht mehr so hohe Investitionen in den multimedialen Ausbau für die zusätzliche Nutzung für Telefonie oder Internet verlangen wie bei Liberty Media.

Die seit gut drei Jahren zum Verkauf stehenden Kabelnetze versorgen rund zehn Millionen Kunden mit digitalen und analogen Fernsehprogrammen. Die Kabelnetze in Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen wurden bereits an internationale Finanzinvestoren veräußert.

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