Ende des konjunkturellen Abschwungs in den USA in Sicht
Merrill Lynch rät von Ausstieg aus defensiven Werten ab

Die Analysten von Merrill Lynch halten den Zeitpunkt für einen Ausstieg aus defensiven Werten noch nicht für gekommen. Sie raten in der am Freitag veröffentlichten Studie "The Global Strategist" dazu, defensive Titel nicht aus Langeweile unterzugewichten.

dpa-afx NEW YORK. Es sei noch zu früh, Halbleiterwerte überzugewichten. Es gebe zwar Anzeichen für eine Bodenbildung bei der Halbleiterkonjunktur, aber die langfristigeren Risiken blieben bestehen.

Die Experten halten das Ende des konjunkturellen Abschwungs in den USA für nahe, allerdings könne sich die darauf folgende Erholung in ihrer Form von früheren Aufschwungphasen unterscheiden. Sie zeigten sich sehr skeptisch, ob die Inlandsnachfrage in den USA erneut vier Jahre lang um jährlich fünf Prozent wachsen wird. Sie erwarten, dass die Erholung sowohl bei der Hochtechnologie- als auch bei der Telekombranche längere Zeit in Anspruch nehmen wird.

Europa und Japan könnten vom Tiefpunkt der Abwärtsentwicklung ihrer Volkswirtschaften noch sechs Monate entfernt sein, hieß es. Die Produktion des europäischen verarbeitenden Gewerbes könnte ihrer Meinung nach bis zum Jahresende um fünf Prozent hinter dem Vorjahreswert zurückbleiben. Vor der zweiten Jahreshälfte 2002 sei eine weltweite wirtschaftliche Erholung nicht zu erwarten.

Positiv werteten sie, dass sowohl die US-Notenbank als auch die Europäische Zentralbank (EZB) Spielraum für weitere Zinssenkungen haben. Solange die EZB aber nicht handele und die Form der US-Erholung nicht klarer werde, sei es zu früh, sich zu Gunsten von konjunkturempfindlichen Titeln von defensiven Werten zu verabschieden. Trotz aller Negativmeldungen hätte sich etwa die Grundstoffindustrie in den letzten drei Monaten weltweit besser als die jeweiligen Märkte entwickelt.

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