Ende des Privatisierungsexperiments
Railtrack wird wieder verstaatlicht

Der insolvente britische Schienennetzbetreiber Railtrack ist am Donnerstag an ein neues, staatlich gestütztes Bahnunternehmen verkauft worden.

Reuters LONDON. Die Übernahme setzt den Schlusspunkt des sechs Jahre währenden Privatisierungsexperiments. Die nicht an der Börse gelistete Network Rail teilte mit, sie habe das Schienennetzunternehmen für insgesamt über sieben Milliarden Pfund (rund elf Milliarden Euro) von der Muttergesellschaft Railtrack Group Plc übernommen.

Railtrack war aus dem Verkauf der staatlichen Eisenbahn im Jahr 1996 hervorgegangen und galt beim Börsendebut als Volksaktie. Nach einem schweren Zugunglück im Jahr 2000 geriet das Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten, die Kritik an den Betreibern wuchs.

Die Regierung hatte der Mutter Railtrack Group seinerzeit Missmanagement und die Umleitung von Subventionen für Dividendenzahlungen vorgeworfen. Im Oktober stellte die britische Regierung Railtrack daraufhin unter Zwangsverwaltung. Das hatte eine Aufruhr tausender Kleinaktionäre und Fondsgesellschaften verursacht.

Nach Einschätzung der Railtrack Group werden Aktionäre aus der Übernahme und einem zeitgleichen Verkauf der Beteiligung an der Hochgeschwindigkeitsverbindung Channel Tunnel 245 bis 255 Pence je Aktie erhalten. Eine erste Rate von 160 bis 180 Pence werde aber erst Ende Januar gezahlt, hieß es. Im Oktober waren Railtrack-Aktien bei einem Kurs von 280 Pence vom Handel ausgesetzt worden. Am Donnerstag wurde der Handel erstmals seit Beginn der Zwangsverwaltung wieder bei 218 Pence aufgenommen.

Die Übernahme des Schienenbetreibers durch Network Rail soll das Vertrauen in das angeschlagene Bahnsystem des Landes wiederherstellen. Die für die Übernahme des Schienennetzes gegründete Network Rail ist eine Gesellschaft, die keine Dividende zahlen wird. Die erzielten Erlöse sollen in die Verbesserung der Infrastruktur investiert werden.

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