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Ende gut, alles gut: US-Märkte schließen im Plus

Beim Klang der Schlussglocke werden sich die Händler an der Wall Street gedacht haben: "Ende gut, alles gut". Dreißigmal überquerte der Dow die Null-Linie. Nervosität auf niedrigem Niveau war angesagt.

Das Börsenbarometer der dreißig US-Standardwerte handelte den ganzen Tag in einer engen Spanne von plus/minus 0,5 Prozent. Der wichtigste US-Index fand am Ende seinen Weg ins grüne Terrain, der Dow Jones beendete den Tag mit einem leichten Plus von 5,5 Punkten bei einem Stand von 9345 Punkten. Der technologie-orientierte Nasdaq-Index profitierte von einer Tech-Rally. Vor allem die Chip- und Netzwerktitel kletterten eifrig und bescherten dem Index letztlich ein Plus von 27 Punkten oder 1,6 Prozent. Der Nasdaq ging bei 1731 Punkten aus dem Handel.

Nachrichten hatte es vor allem am New Yorker Nachmittag jede Menge gegeben; allein, sie beeinflussten die Kurse nicht. Die US-Notenbank Fed stellte ihr "Beige Book" vor, dass noch einmal festhielt, dass "kein einziger Bereich der amerikanischen Wirtschaft von den Attacken des 11. September verschont" worden sei. Das Gremium der Fed tagt in knapp zwei Wochen. Analysten rechnen mit einer weiteren Zinssenkung, nachdem der Präsident der Dallas Fed, Robert McTeer, am Nachmittag entsprechende Andeutungen gemacht hatte.

Bewegung in den Markt brachten zur Wochenmitte allein Unternehmensmeldungen. Die gab es aus allen Bereichen, zum Beispiel im Airlinesektor. AMR, die Holding hinter American Airlines, weist für das dritte Quartal einen Rekordverlust aus und hat sogar die stark revidierten Erwartungen der Analysten verfehlt. Das Papier gibt 1,5 % an Wert ab, und auch die übrigen Carrier brechen ein. Im Mittel notiert der gesamte Sektor mit 2,5 % in der Verlustzone.

Zwei Werte aus dem Dow Jones Index belasteten die Märkte nach Vorlage von Quartalsergebnissen besonders. Der Telefon-Anbieter AT&T hatte einen dramatischen Gewinneinbruch gemeldet, der aber im Rahmen der Analystenerwartungen lag. Das Papier brach um fast acht Prozent ein. Und Photoriese Eastman Kodak hat den Konsens der Wall Street weit verfehlt und kündigte zudem Entlassungen an. Aufgrund einer stark gesunkenen Nachfrage nach Filmen weist das Unternehmen einen Quartalsgewinn von nur noch 33 Cents pro Papier aus. Die Analysten hatten mit einem Anteilsplus von 52 Cents gerechnet. Eastman Kodak verliert im Handel mehr als zehn Prozent und notiert auf einem Neun-Jahres-Tief.

Die Gewinnerwartungen um zwei Cents übertroffen hat der Chemiekonzern DuPont . Dennoch verlor das Papier zwei Prozent. Der Mischkonzern Honeywell hat die Prognosen erfüllt. Die Aktie verbucht im Tagesverlauf ein leichtes Plus von 2,5 %.

Ganz schlecht präsentierte sich der Energiesektor. Der Gas-Versorger Enron fällt ins Bodenlose, nachdem das Unternehmen zum ersten Mal in vier Jahren einen Quartalsverlust hatte ausweisen müssen und dafür ein Downgrade von Prudential Securities einstecken musste. Die Analysten haben ihr Vertrauen in den einstigen Branchenprimus verloren. Die Aktie notiert mit einem Verlust von fast 17 % auf einem Vier-Jahres-Tief.

An der Nasdaq lieferten sich die Techwerte unterdessen ein wahres Wett-Klettern. Unter den Big Caps war Cisco einer der großen Gewinner. Fünf Prozent legte die Aktie am Mittwoch zu, während Microsoft zum Nasdaq-Jubiläum mit einem Plus von 1,5 Prozent zufrieden sein musste. Der Softwaregigant aus Seattle wurde vor 15 Jahren erstmals an der Nasdaq geführt. Das allein und der Besuch von CEO Bill Gates am frühen Morgen ließen die Händler aber offensichtlich nicht euphorisch kaufen - sie warten vielmehr auf das Launching des neuen Betriebssystems Windows XP, das noch in dieser Woche ansteht. Der Softwaresektor legte am Mittwoch 3,2 Prozent zu, die Hardware-Titel kletterten um drei Prozent, und im Mittel mehr als vier Prozent gewannen die Werte der Halbleiter-, Chip- und Netzwerkbranche.

Steil abwärts ging es für die Branche der Online-Dienste. Die Aktien der Internet-Flugbörse Travelocity verloren fast 30 %, die des Mitbewerbers Expedia mehr als zehn Prozent. Der Onlinedienst Hotel Reservations gab 2,4 % ab. Verschiedene Brokerhäuser hatten den Sektor abgestuft.

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