Ende Juli Entscheidung über Großkredit
Mobilcom-Aktie stabilisiert sich

Mit Hochdruck ringen Banken und Mobilcom-Großaktionär France Télécom um eine Lösung für das existenzbedrohende Schuldenproblem des Büdelsdorfer Mobilfunkanbieters. Nach zwei Tagen mit schweren Kursverlusten konnte sich die Mobilcom-Aktie am Donnerstag wieder stabilisieren.

dpa BÜDELSDORF/ PARIS. Das verlautete am Donnerstag aus Finanzkreisen in Paris. Unterdessen verdichten sich die Spekulationen, dass MobilCom - Chef und-Gründer Gerhard Schmid seinen Hut nehmen muss, nachdem der französische Konzern die Zusammenarbeit mit dem deutschen Manager und den Kooperationsvertrag für den Aufbau des künftigen UMTS-Mobilfunknetzes aufgekündigt hat.

Nach zwei Tagen mit schweren Kursverlusten konnte sich die Mobilcom-Aktie am Donnerstag wieder stabilisieren und notierte am Nachmittag bei mehr als 7 ?. Das sind fast 20 % mehr als am Tag zuvor. Bis zum 31. Juli muss die Entscheidung über einen Großkredit von 4,7 Mrd. ? getroffen werden, den Mobilcom nicht ohne Unterstützung von France Télécom verlängern kann. Andernfalls müsste das Unternehmen in die Insolvenz, was vor allem für die Gläubigerbanken schmerzlich wäre.

Der Mobilcom-Aufsichtsrat wird voraussichtlich in der kommenden Woche zu einer Krisensitzung zusammenkommen, hieß es aus dem Umfeld des Unternehmens. Die meisten Bankanalysten und Medien rechnen damit, dass es dann zum Abgang des Vorstandschefs kommt und France Télécom das Heft in Büdelsdorf in die Hand nimmt. Ansonsten drohe Mobilcom die Insolvenz, hieß es am Donnerstag aus Paris. Als Nachfolger für Schmid, der gemeinsam mit seiner Ehefrau knapp die Hälfte der Mobilcom-Aktien besitzt, gilt Finanzchef Thorsten Grenz als wahrscheinlichster Kandidat.

France Télécom

hatte am Dienstag einseitig die Vereinbarung mit Mobilcom über den Aufbau eines UMTS-Netzes in Deutschland gekündigt. Die Spekulationen in Deutschland konzentrieren sich auf die Frage, was die Franzosen nach Schmids Abgang mit dem Unternehmen vorhaben könnten. Der französische Konzern, an dem der Staat noch die Mehrheit hält, ist mit mehr als 65 Mrd. ? hoch verschuldet und will den Aubau des UMTS-Netzes in Deutschland nicht vorantreiben. Mobilcom solle sich auf sein Kerngeschäft als Mobilfunk-Diensteanbieter konzentrieren, war in Paris wiederholt gefordert worden. Spekuliert wird, dass France Télécom Mobilcom mit ihrer Tochter Hutchison Telecom fusionieren und unter der Marke Orange verschmelzen könnte. Massive Arbeitsplatzverluste von 1000 bis 2000 Stellen wären dann nach Auffassung von Branchenanalysten nicht ausgeschlossen.

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