Ende Mai ist Abgabetermin für 2001 – Worauf Steuerzahler achten sollten
Ran an die Steuererklärung – die Uhr tickt!

Ende Mai ist es soweit: Dann läuft die Frist zur Abgabe der Steuererklärung 2001 ab. Wer jetzt zur Tat schreitet, sollte die wichtigsten Neuerungen kennen, um dem Fiskus nicht unnötig Geld in den Rachen zu werfen. Entfernungspauschale, Arbeitszimmer, Heimcomputer - hier lässt sich sparen.

li DÜSSELDORF. Wer die Steuererklärung 2001 von seinem Berater anfertigen lässt, kann aufatmen - er hat noch bis zum 30.9.2002 Zeit. Doch alle anderen müssen bereits jetzt ran, Ende Mai ist Abgabetermin. Diese Steuerzahler sind deshalb gut beraten, einige neue "Steuer-Highlights" zu kennen. Ansonsten verzichten sie womöglich auf gutes Geld - zu Gunsten des Fiskus.

Fahrtkosten: Erstmals für das Jahr 2001 ist für Berufspendler die neue verkehrsmittelunabhängige Entfernungspauschale anzusetzen. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln, mit dem Fahrrad/Motorrad fährt oder zu Fuß geht, hat erstmals Anspruch auf Abzug der höheren Entfernungspauschale. Auch die Mitglieder von Fahrgemeinschaften kommen ab 2001 für jeden Arbeitstag in den Genuss dieser Pauschale, auch wenn sie nur mitgenommen wurden. Für jeden vollen Kilometer der Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte können künftig für die ersten 10 Kilometer jeweils 0,70 DM und für jeden weiteren Kilometer 0,80 DM angesetzt werden.

Die Berechnung funktioniert so: Zahl der Arbeitstage x Entfernungskilometer der kürzesten Straßenverbindung x Entfernungspauschale = Entfernungspauschale. Auch eine längere Wegstrecke, die verkehrsgünstiger ist als die kürzeste Straßenverbindung, wird anerkannt. Die Entfernungspauschale hat Abgeltungswirkung für fast alle Kfz-Aufwendungen bis auf Unfallkosten, die weiterhin neben der Pauschale abgesetzt werden können. Zu den Einzelheiten hat das Bundesfinanzministerium eine umfassende Detail-Regelung veröf-fentlicht (Az.: IV C 5 - S 2351 - 300/01, Bundessteuerblatt Teil I 2001, 994).

Heim-Computer: Die Kosten eines privaten PC für zu Hause, der auch beruflich genutzt wird, können nach inzwischen von der Finanzverwaltung bestätigter Auffassung in Höhe des Teiles abgezogen werden, der der beruflichen Nutzung entspricht. Die Schwierigkeit besteht allerdings im Nachweis des konkreten beruflichen Nutzungsanteils, da die wenigsten hierüber Buch führen. Falls keine hinreichenden Anhaltspunkte bestehen, so kann nach Meinung des Finanzgerichts Rheinland Pfalz ein beruflicher Anteil von 35 % geschätzt werden, wenn der Arbeitnehmer den größten Teil seiner Arbeitsleistung außer Haus erbringt (Az.: 5 K 1249/00). Ob eine solche Schätzung auf Dauer Bestand haben kann, muss jetzt der Bundesfinanzhof (BFH) im Revisionsverfahren klären (Az.: VI R 135/01).

Arbeitszimmer: Seit 1996 sind bekanntlich die Absetzungsmöglichkeiten für häusliche Arbeitszimmer gesetzlich stark beschränkt worden. Grundsätzlich sind die Aufwendungen des Arbeitnehmers gar nicht mehr abziehbar; stellt die Nutzung des häuslichen Arbeitszimmers mehr als 50 % der gesamten beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit dar oder steht für diese Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung, so sind Aufwendungen bis zu 2400 DM jährlich abziehbar. Nur wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten beruflichen oder betrieblichen Betätigung bildet, gilt keine Abzugsbeschränkung.

Die volle Abziehbarkeit der Arbeitszimmerkosten beim Arbeitnehmer erreicht nach Auffassung einiger Finanzgerichte derjenige, der ein außerhalb der Wohnung gelegenes, angemietetes Arbeitszimmer einrichtet, das sich jedoch z.B. in demselben Mehrfamilienhaus befinden darf wie die Wohnung (z.B. FG Köln, Az.: 8 K 5236/99). Denn es handelt sich um kein "häusliches" Arbeitszimmer. Über zu solchen Fällen anhängige Revisionen wird der BFH - offenbar bestätigend - noch in 2002 entscheiden. Dies hat der Vorsitzende Richter des zuständigen Senats in einer Fachveröffentlichung angekündigt.

Volle Abziehbarkeit der Arbeitszimmerkosten beim Arbeitgeber besteht, wenn der beruflich genutzte Raum als eine Art Betriebsstätte anzusehen ist: Das hat der BFH kürzlich anerkannt, als die Anmietung des Arbeitszimmers durch den Arbeitgeber eindeutig in dessen betrieblichem Interesse lag und er auch Zutritt zu dem Raum hatte (Az.: VI R 131/00).

Spekulationsgeschäfte: Besondere Aufmerksamkeit wendet die Finanzverwaltung in der Steuererklärung für das Jahr 2001 den so genannten privaten Veräußerungsgeschäften zu, also insbesondere den steuerpflichtigen Gewinnen aus Grundstücks- und Wertpapierverkäufen. Hier hat der Steuerpflichtige auf dem Mantelbogen des Formulars erstmals ausdrücklich zu erklären, dass er keine solchen Geschäfte getätigt hat oder diese insgesamt zu einem Gewinn unter 1000 DM geführt haben. In allen anderen Fällen ist eine ausführliche Anlage SO auszufüllen, die sich unter anderem mit den verschiedenen Formen von Wertpapiergeschäften befasst.

Wissen sollte jeder Steuerzahler zudem, dass sich alle Beträge in der Steuererklärung noch auf das vergangene Jahr beziehen und deshalb - trotz der Euro-Einführung - noch in DM anzugeben sind. Steuerschuld oder der Erstattungsbetrag werden dann von den Finanzämtern automatisch in Euro festgesetzt.

Quelle: Handelsblatt

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