Endgültige Ergebnisse erst am Mittwoch
Verdacht auf MKS hat sich nicht bestätigt

Der dringende Verdacht auf ein Übergreifen der Maul- und Klauenseuche (MKS) auf Nordrhein-Westfalen hat sich nicht bestätigt. Die Blut-Schnelltests bei der Bundesforschungsanstalt für Viruserkrankungen in Tübingen seien negativ ausgefallen, teilte eine Sprecherin des nordrhein-westfälischen Agrarministeriums am Dienstagabend in Düsseldorf mit.

afp DüSSELDORF/WIESBADEN. Tierärzte hatten bei mehreren Ferkeln auf einem Hof in Horstmar-Leer im Kreis Steinfurt nahe der Grenze zu Niedersachsen Symptome festgestellt, die sie für Folgen der Maul- und Klauenseuche hielten. Blutproben der Tiere wurden daraufhin im zentralen Referenzlabor in Tübingen auf MKS-Antikörper untersucht. Auch in Hessen gab es einen konkreten MKS-Verdacht: In einer Gärtnerei in Krofdorf-Gleiberg bei Gießen zeigten zehn Schafe Symptome der Krankheit. Mit ersten Testergebnissen wurde für Mittwoch gerechnet.

Die Resultate der Bluttests seien ein "erfreuliches Zwischenergebnis", sagte die Sprecherin des Düsseldorfer Ministeriums. Endgültige Entwarnung könne aber noch nicht gegeben werden. Erst in einigen Tagen soll der aufwendigere Virustest vorliegen, bei dem Zellkulturen auf das MKS-Virus untersucht werden. Der Steinfurter Kreisveterinär Christoph Brundies hatte den ersten Befund in Horstmar-Leer «Besorgnis erregend» genannt, wollte aber auch eine andere Erkrankung nicht ganz ausschließen. Die Düsseldorfer Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn (Grüne) hatte von einem Verdachtsfall gesprochen, der "gravierender" sei als die bisherigen.

Laut dem Kreisveterinär Brundies waren die Symptome bei den getöteten Tieren "für die Maul- und Klauenseuche typisch". Veterinäre hätten bei einer Untersuchung der Ferkel am Montag hohes Fieber festgestellt; etwa zehn Prozent der Tiere wiesen zudem Lähmungserscheinungen auf. Ein Ferkel aus dem Bestand war demnach am Montag verendet. Die 90 Tiere des Bestandes wurden noch in der Nacht zum Dienstag getötet; um den Hof wurde ein Verdachts-Sperrbezirk mit einem Durchmesser zwischen sechs und vier Kilometern eingerichtet.

Die hessische Sozialministerin Marlies Mosiek-Urban (CDU) teilte in Wiesbaden mit, Proben aus der mittelhessischen Gärtnerei seien mit einem Polizeihubschrauber nach Tübingen gebracht worden. Ein Verdachtssperrbezirk mit einem Radius von drei Kilometern um den Betrieb wurde errichtet, die Tötung der betroffenen Schafe sofort eingeleitet. Das Sozialministerium bereitet sich demnach auch auf eine Notimpfung vor. Falls sich ein MKS-Verdacht bestätigt, tritt laut Beschluss der Agrarministerkonferenz vom 23. März ein dreistufiger Notfallpan in Kraft. Darin vorgesehen ist grundsätzlich die Tötung aller Tiere aus MKS-Beständen. Unter bestimmten Voraussetzungen soll es jedoch auch begrenzte Impfungen geben.

In den Niederlanden wurden am Dienstagabend drei neuen MKS-Fälle bekannt gegeben, und zwar in Oene und Olst im Osten des Landes. Damit sind nach Angaben des Haager Agarministeriums nun 15 Höfe betroffen. Die Behörden kündigten Schutzimpfungen in einem begrenzten Umfang an. Dafür habe die EU grünes Licht gegeben, sagte Agrarminister Laurens-Jan Brinkhorst vor der Presse.

Der deutsche Bauernverband will mit 100 000 Postkarten in Brüssel Druck für die Genehmigung von Impfungen machen. DBV-Präsident Gerd Sonnleitner forderte in Berlin, eine flächendeckende MKS-Impfung müsse "möglich werden, ohne dass nachhaltige Handelsrestriktionen damit verbunden sind".

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