Endgültiger Übernahmevertrag soll bis Jahresende stehen
General Motors will Daewoo mit Partnern übernehmen

Nach mehr als einjährigen Verhandlungen hat sich der US-Autoriese jetzt mit den Gläubigern des kriselnden südkoreanischen Konzerns auf die Gründung eines Joint Ventures geeinigt.

rtr SEOUL. Nach über einem Jahr intensiver Verhandlungen hat der US-Automobilkonzern General Motors (GM) die Übernahme des hochverschuldeten südkoreanischen Autobauers Daewoo Motor über ein neues Gemeinschaftsunternehmen mit Partnern angekündigt. Eine entsprechende Absichtserklärung sei mit den Hauptgläubigern von Daewoo unterzeichnet worden, teilte GM am Freitag in Seoul mit.

An dem geplanten Joint Venture wird GM die Aktienmehrheit halten und 400 Mill. $ in bar einbringen. Durch den Zusammenschluss entsteht ein Autohersteller mit eines Jahresumsatz von 5 Mrd. $. Bis Jahresende soll eine endgültige Vereinbarung erzielt werden.

An dem zu gründenden Gemeinschaftsunternehmen wird GM gemeinsam mit seinen Partnern 67 % halten, wobei der US-Konzern als größter Einzelaktionär mit weniger als 50 % beteiligt sein wird. Das restliche Drittel übernimmt der Daewoo-Hauptgläubiger, die staatliche Korea Development Bank (KDB), die 197 Mill. $ in bar beisteuert.

Das Joint Venture übernimmt ferner Auslandsschulden von Daewoo in Höhe von umgerechnet 320 Mill. $ und bis zu 510 Mill. $ für Abfindungen, Garantien und Zulieferverträge. Ende 2000 hatte Daewoo Schulden von 17 Mrd. $ angehäuft.

Die Gläubiger von Daewoo erhalten an dem neuen Unternehmen Vorzugsaktien im Wert von 1,2 Mrd. $ im Austausch für Vermögenswerte von Daewoo. Die Gläubiger bieten zudem 2 Mrd. $ an Betriebskapital an.

Unklarheit über Beteiligung von Fiat

An der Übernahme des drittgrößten südkoreanischen Automobilkonzerns sind, so GM-Vorstand Alan Perriton, neben GM auch dessen italienischer Partner Fiat sowie weitere Unternehmen beteiligt. Bei Fiat hieß es indes, es sei noch keine Entscheidung über eine Beteiligung an dem Vorhaben getroffen worden. Dies werde erst bei einem definitiven und formellen Abschluss der Verhandlungen erfolgen. Das neue Unternehmen soll gemeinsam von GM, seinen Allianzpartnern und dem Daewoo-Management geleitet werden.

Einen Teil der Produktion von Daewoo Motor wird GM nach Europa und nach Nordamerika exportieren. Von den 16 Produktionsstätten in Südkorea und im Ausland sollen insgesamt nur vier Werke übernommen werden.

Mit der Mehrheitsübernahme bei Daewoo erhält der weltgrößte Automobilkonzern ein Standbein in einem der stärksten Automärkte Asiens. "Wir haben uns darauf seit einiger Zeit fokussiert, weil wir immer geglaubt haben, dass es damit eine wertvolle Marktstrategie gibt", sagte GM-Vorstand Perriton.

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