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Endlich im Plus

Endlich. Die Indizes haben es wieder in die Gewinnzone geschafft. Nach fünf Tagen im Minus endet der Nasdaq Index mit 3778 Punkten und einem Zuwachs von 3,33 Prozent im Plus. Hochgetrieben wurde er vom Telekommunikationsbereich. Der Dow Jones Index schloss bei 10824 Punkten mit einer Steigerung von 1,84 Prozent. Nach den Gewinnwarnungen der letzten Zeit häufen sich an der Wall Street positive Prognosen. Jetzt lassen die Unternehmen ihre guten Nachrichten aus dem Sack.

Wie zum Beispiel Pharmakonzern Bristol Myers. Auf einem Analystentag teilte CEO Charles Heimbold mit, dass die Gewinnschätzungen erreicht werden. Offenbar stehen Allianzen und Akquisitionen bevor. Eine Expansion auf den japanischen Markt ist geplant, und der Zweig Schönheitspflege, Clairol, soll abgestoßen werden. Zwei umsatzträchtigen Medikamenten droht wachsende Konkurrenz, was die Aktien im laufenden Jahr belastet hatte. Im Branchenvergleich tendiert die Aktie von Bristol-Myers auf einem niedrigeren Niveau. Am Donnerstag kletterte das Papier jedoch um 1,50 Dollar.



Am Mittwoch Nachmittag waren noch Gerüchte aufgekommen, dass Procter & Gamble an den Konsensschätzungen vorbeischrammen wird. Heute kommt die Entwarnung. Wie das Management auf einem Analystentreffen in New York mitteilt, werden die Erwartungen erfüllt. Procter & Gamble erhöht sogar die Gewinnaussichten für das nächste Jahr von 3,16 auf 3,25 Dollar pro Aktie. Insgesamt konnte der Wert fast neun Prozent zulegen.



Trotz einer negativen Beurteilung von Sanford Bernstein zum Glasfaserbereich zog der Sektor die Nasdaq hoch. Das Analystenhaus hat die Netzwerkausstatter Cisco und Nortel von "Market outperformer" auf "Market performer" abgestuft. Bis zum Mittag gehörte Cisco noch zu den großen Verlieren, doch zum Handelsschluss schlug sich der Techwert auf die Gewinnerseite. Auch Glasfaser-Spezialisten und Komponenten-Lieferanten JDS Uniphase und Ciena hielten sich wacker.



Auf der Verliererseite des Dow Jones Index stand Coca-Cola. Der Getränkeriese hatte sich zu früh gefreut. Erst am Mittwoch gab Coca-Cola ein Wachstumsziel von sechs bis sieben Prozent aus, was sich jetzt als unrealistisch rausstellt. Keine Probleme sieht das Management für das laufende Jahr, da der Konzern für 2000 gegen Währungsschwankungen abgesichert sei. Etwa 23 Prozent des Umsatzes kommen aus Europa. Analysten von Morgan Stanley Dean Witter haben sich ebenfalls skeptisch geäußert, ob Coca-Cola das ursprünglich gesteckte Wachstumsziel im nächsten Jahr erfüllen kann.



Wie bekannt wurde, übernimmt das Web-Hosting Unternehmen Exodus Global Crossings Spin Off GlobalCenter für 6,5 Milliarden in Aktien. Durch den Neuerwerb mausert sich Exodus zum größten Web-Hosting-Unternehmen der Welt. Die Vereinbarung zwischen den beiden Konzernen soll Exodus unter anderem verpflichten, in den kommenden zehn Jahren die Dienste von Global Crossing im Gegenwert von vier Milliarden Dollar zu nutzen. Experten meinen allerdings, Exodus kaufe viel zu teuer ein. Bislang hielt sich auch die Begeisterung der Exodus-Anleger in Grenzen. Der Titel notierte zum Handelsschluss deutlich im Minus. Global Crossing gewann hingegen 6,7 Prozent.



Einzelhandelsaktien erlebten insgesamt einen ruhigen Tag. Die Wal-Markt Aktie lief gut, nachdem Lehman Brothers ein lobendes Wort ausgesprochen hatte. Die jüngste Kursschwäche habe den Titel auf ein attraktives Niveau gedrückt. Der anhaltend schwache Euro erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Wal-Mart weitere Unternehmen in Deutschland oder Frankreich schlucken könnte.



Medtronic

, die Nummer eins unter den Herstellern von Herzschrittmachern, zieht das Angebot zurück, Cyberonics für 480 Millionen Dollar oder 26 Dollar pro Aktie zu kaufen. Ursprünglich wollte der Herzschrittmacher-Spezialist einen 62-prozentigen Aufschlag auf den Kurs des Cyberonics Papier vom achten September bezahlen. Die Verhandlungen wurden beendet, nachdem das Cyberonics Management bekannt gegeben hatte, man spreche nicht über einen Verkauf, sondern über eine Kooperation. Nachdem das Scheitern der Gespräche bekannt wurde, brach die Cyberonics Aktie um mehr als 30 Prozent ein. Am Freitag hatte sie noch auf einem 52-Wochen Hoch geschlossen. Der Kurs von Medtronics zeigte sich eher unbeeindruckt und konnte im Tagesverlauf rund drei Prozent zulegen.



Electronic Arts, ein Anbieter von Videospiel-Software notierte rund zehn Prozent im Plus. Die "Credit Suisse First Boston" hatte den Titel von "kaufen" auf "aggressiv kaufen" hochgestuft. Mit den Kursgewinnen hat der Titel die Verluste vom Mittwoch ausgeglichen. Die Aktie war unter Druck geraten, nachdem Sony angekündigt hatte, auf Grund von Engpässen bei der Versorgung mit Komponenten nur 500.000 Stück seiner neuen Spielkonsolen auf den amerikanischen Markt zu bringen - lediglich die Hälfte der im Mai angekündigten Millionen.

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