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Endspiel-Stimmung in fast allen Stadien

Düsseldorf (dpa) - Am Tag der Entscheidung herrscht echte Endspiel-Stimmung in nahezu allen Stadien.

Wenn am Samstag um 15.30 Uhr das große Finale der 41. Bundesliga-Saison angepfiffen wird, geht es für die einen um «einen Sack voll Geld» (Stuttgarts Trainer Felix Magath), für die anderen um die Erstliga-Existenz und nur für wenige lediglich um ein versöhnliches Ende der Spielzeit 2003/2004. Doch nicht nur der Kampf um Champions League, UEFA-Cup und Klassenverbleib verspricht Spannung und Emotionen. Im Münchner Olympiastadion tritt Ottmar Hitzfeld nach sechs Jahren als Bayern-Trainer ab.

Im dramatischen Abstiegskampf müssen aus dem Trio 1. FC Kaiserslautern (15. Platz/35 Punkte), Eintracht Frankfurt (16./32) und 1860 München (17./32) zwei Teams den 1. FC Köln in die Zweite Liga begleiten. «Für den FCK steht sicherlich eines der wichtigsten Spiele in der 104-jährigen Vereinsgeschichte an», sagte der Vorstandsvorsitzende der Pfälzer, René C. Jäggi, vor dem Duell mit dem UEFA-Cup-Aspiranten Borussia Dortmund. Der FCK kann sich als einziges der drei gefährdeten Teams aus eigener Kraft retten.

Für Frankfurts Kapitän Alexander Schur wäre der Klassenverbleib nach dem Spiel beim Hamburger SV «mehr als ein Wunder». Die Münchner «Löwen» sind demnach auf die Hilfe des HSV angewiesen. «Ich hoffe, die gehen nicht wieder mit einem 0:6 nach Hause», sagte 1860-Trainer Gerald Vanenburg vor dem eigenen Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach. Dort fällt nach 85 Jahren und 628 Bundesligaspielen der letzte Vorhang im altehrwürdigen Bökelbergstadion.

Abschied nehmen heißt es auch für Hitzfeld. Nach den Turbulenzen der vergangenen Wochen will er bei seinem letzten Auftritt als Bayern-Coach die direkte Qualifikation für die Champions League mit einem Erfolg gegen den SC Freiburg sichern. «Vielleicht ein Händedruck, ein paar Blumen für meine Frau - das reicht», sagte Hitzfeld, der sich vor dem Adieu im Olympiastadion treu blieb: «Es geht nicht um mich, sondern um drei Punkte.»

Um viel geht es auch im Endspiel um die Champions-League- Qualifikation zwischen dem Tabellenvierten Bayer Leverkusen (62 Punkte) und dem Dritten VfB Stuttgart (64). «Ich hoffe, dass mir meine Mannschaft zum Abschied noch mal eine Top-Leistung bietet und ich erwarte, dass sich jeder für den VfB am Samstag reinkniet», forderte der zum FC Bayern München wechselnde Magath. Für beide Clubs geht es um Einnahmen in Millionenhöhe - den Unterschied zwischen Champions League und UEFA-Cup. «Im vergangenen Jahr hatten wir zwei Endspiele gegen den Abstieg. Jetzt geht es um die Königsklasse. Das ist doch Wahnsinn», meinte Leverkusens Trainer Klaus Augenthaler.

In die Champions League kann es der wankende Branchenriese Borussia Dortmund (5./54) nach seinem Seuchenjahr nicht mehr schaffen. Aber im Fernduell mit dem Reviernachbarn VfL Bochum (6./53) will der BVB mit aller Macht den direkten Einzug in den UEFA-Cup sicherstellen. «Wir können jeden Euro zur Konsolidierung der Finanzen in unserem Verein gut gebrauchen», gab BVB-Präsident Gerd Niebaum zu.

Wenig überraschend ist, dass VfL-Coach Peter Neururer vor dem Heimspiel gegen Hannover 96 in gewohnter Manier stichelt: «Voriges Jahr haben sie gegen den Absteiger Cottbus am letzten Spieltag die Champions League vergeigt. Das geistert einigen garantiert noch im Kopf rum.» Neururer spricht das aus, was vor den letzten 90 Minuten dieser Spielzeit alle Beteiligten gern von sich behaupten würden: «Wir sind Endspiel-Typen.»

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