Endspiel um Finalrundeneinzug gegen Lettland
Eishockey-Cracks bringen DEL in Nöte

Die Favoriten haben sie in Amerika bereits geschockt, jetzt wollen die deutschen Eishockey-Nationalspieler auch noch ihre Arbeitgeber daheim ärgern. Die Vereinschefs haben nämlich bereits während der Olympischen Spiele die nächsten beiden Liga-Spiele angesetzt.

sid SALT LAKE CITY. "Diesen Termin wollen wir ihnen versauen, damit sie sehen, wie wichtig das deutsche Eishockey ist und wo wir stehen", versprach Torhüter Marc Seliger vor dem "Endspiel" am Mittwoch (3 Uhr MEZ) gegen Lettland um den Einzug in die Finalrunde in Salt Lake City.

Sollte das Team von Bundestrainer Hans Zach tatsächlich die Runde der besten Acht erreichen, wäre es automatisch für das Viertelfinale am 20. Februar qualifiziert. Die DEL müsste dann wohl ihre 52. Runde verlegen, die sie im Vertrauen auf ein frühes Olympia-Aus für den 22. Februar terminierte. Denn aufgrund der Zeitverschiebung würden die Zach-Schützlinge erst am vorgesehenen Spieltag in Deutschland eintreffen.

Die Chancen, den DEL-Spielplan durcheinander zu wirbeln, stehen nicht schlecht. Denn gegen den WM-13. Lettland reicht ein Remis zum Gruppensieg. "Es wäre tödlich, auf Unentschieden zu spielen. Im Eishockey kann sowas ganz schnell in die Hose gehen", warnt Andreas Loth, der mit seinem 3:2-Siegtor gegen Österreich die hervorragende Ausgangsposition herstellte. 74 Sekunden vor Schluss war die Scheibe nach einem Alleingang "Gottseidank reingeflutscht". Zuvor hatten Klaus Kathan (2.) und Len Soccio (20.) getroffen.

Letten lassen NHL-Stars einfliegen

Die Letten, die seit 1997 nicht mehr gegen Deutschland verloren haben, lassen zum Vorrundenfinale extra ihre NHL-Stars Arturs Irbe (Carolina Hurricanes) und Sandis Ozolinsh (Florida Panthers) einfliegen. "Die beiden sind schon Weltklasse", sagt Kapitän Jürgen Rumrich und erinnert an die 0:8-Pleite bei der WM 1997: "Ich kann mich gut erinnern, wie wir da sauber eine Klatsche gekriegt haben. Aber wir haben nun viel Selbstvertrauen, jetzt ist sehr viel möglich."

Die Chancen, die Tiefstapler Zach vor Turnierbeginn mit 1:99 beziffert hatte, stünden jetzt bei "2:98", meint der Nürnberger grinsend. Der Bundestrainer indes hat das Prozentrechnen satt: "Ich mache keine Zahlenspiele mehr mit." Auch über die personellen Möglichkeiten in der Endrunde, für die Spieler nachnominiert und ausgetauscht werden können, will Zach noch nicht sprechen: "Ich rede nicht über ungelegte Eier."

So viel immerhin verrät der Erfolgscoach: Die NHL-Legionäre Marco Sturm (San Jose Sharks), Jochen Hecht (Edmonton Oilers) und Olaf Kölzig (Washington Capitals) will er nach Salt Lake City holen, `wenn sie gesund sind". Hinter Kölzig steht wegen einer Knieverletzung ein dickes Fragezeichen. Bereit ist dagegen der Kölner Verteidiger Mirko Lüdemann, der wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel zunächst nicht mit in die USA geflogen war. "Er trainiert schon eine Woche, er ist gesund", berichtet Zach.

Letten spielen die alte russische Schule

Doch vorerst gilt die Aufmerksamkeit dem Vorrundenendspiel. "Wir haben bisher noch nichts erreicht", warnt Russland-Legionär Jan Benda, der gegen die Letten als Experte gefragt ist: "Die spielen die alte russische Schule. Da dürfen wir uns nicht so einen Durchhänger wie gegen Österreich leisten."

Beim Zittersieg gegen den Nachbarn hatte das Zach-Team nach starkem Beginn und glänzend herausgespielter 2:0-Führung durch das Duo Kathan/Soccio die Zügel schleifen lassen und kassierte prompt den Ausgleich. "Da kommt der Schlendrian, ob du willst oder nicht", gab Kathan zu. Erst Loths Glückstreffer beendete das Zittern und brachte die DEL-Chefs ins Schwitzen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%