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Endstation Sturm: BVB scheitert vorm Tor

Die Sehnsucht nach dem großen Geld stirbt bei Borussia Dortmund im Angriff. Der finanziell angeschlagene Ex-Meister glänzt zwar mit schnellem Kombinationsfußball, vor dem gegnerischen Tor versagen dem BVB aber derzeit die Nerven.

dpa MAINZ. Die Sehnsucht nach dem großen Geld stirbt bei Borussia Dortmund im Angriff. Der finanziell angeschlagene Ex-Meister glänzt zwar mit schnellem Kombinationsfußball, vor dem gegnerischen Tor versagen dem BVB aber derzeit die Nerven.

"Warum wir dieses Spiel nicht gewonnen haben, werde ich vielleicht erst im nächsten Leben verstehen. So viele Chancen habe ich auswärts in den letzten zehn Jahren nicht erlebt", schimpfte Sportmanager Michael Zorc, nachdem der ehemalige Weltpokalsieger nicht über ein 1:1 (1:0) beim fünftplatzierten Bundesliga-Neuling FSV Mainz 05 hinausgekommen war.

Neben dem eigenen Unvermögen und dem als Siebter verpassten Anschluss an die Spitzenränge wurmten die Westfalen allerdings auch zwei Entscheidungen von Schiedsrichter Franz-Xaver Wack (Biberbach). Bei einer Rettungsaktion von FSV-Keeper Dimo Wache soll der Ball hinter der Linie gewesen, beim aberkannten Tor von Guy Demel Kollege Jan Koller sekundenlang geklammert worden sein. Wack entschied anders und verwarnte den tschechischen Angriffs-Hünen, der bereits nach neun Minuten das 1:0 erzielte hatte. "Unglaublich, dass Koller die Gelbe Karte bekommt - es war tausendprozentig ein Tor - Jan ist sekundenlang festgehalten worden", ärgerte sich Trainer Bert van Marwijk über den ansonsten "gut leitenden" Schiedsrichter. Van Marwijk: "Wir haben drei Tore geschossen, aber nur eins hat gezählt."

Doch wollten die Westfalen nicht allein dem Referee die Schuld an dem in dieser Saison zum vierten Mal (Bochum, Hannover, Bayern) verspielten Vorsprung durch den Ausgleich von Benjamin Auer (56.) geben. "Es ist bitter. Wir hätten in der ersten Hälfte den Sack zumachen müssen", stellte der nach einer Virus-Infektion zurückgekehrte Christian Wörns klar. Der Kapitän forderte seine Kameraden zu "positivem Denken" auf, dann bekomme die Borussia auch wieder einen Lauf. Wörns: "Es gab mal Zeiten, da hatten wir solche Chancen gar nicht." Nach wie vor lastet auf dem BVB der Druck, mit dem Erreichen der Europacup-Ränge dringend benötigte Geldquellen erschließen zu können.

Dort, wo die Borussen mindestens hinwollen, verweilen die Mainzer bereits. "Wir versuchen einfach, ohne Angst vor großen Namen ins Spiel zu gehen", sagte Abwehrchef Manuel Friedrich. Zu Hause bleibt die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp nach den zwei Auftaktsiegen im Oberhaus unbesiegt. "Der Punkt war absolut verdient", meinte der Coach und ergänzte mit einem Schmunzeln: "Manchmal wollten wir zu sehr Fußball spielen und haben es übertrieben."

Doch vor allem kämpferisch konnten die Mainzer erneut überzeugen. Wie schon in den fünf vorangegangenen Partien, von denen lediglich das Auftaktmatch beim VfB Stuttgart mit 2:4 verloren gegangen war, trafen die frechen Rheinhessen in der zweiten Hälfte. "Wenn die Fans am Ende dann singen, dass wir ein Karnevalsverein sind, dann haben wir alles richtig gemacht", meinte Angreifer Niclas Weiland.

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