Energiegeschäft weiter belastet
RWE profitiert von Fusion mit VEW

Deutschlands größter Energiekonzern, die Essener RWE AG, hat in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres (30. Juni) vor allem wegen der Fusion mit VEW deutliche Umsatz- und Gewinnsteigerungen erzielt. Das Betriebsergebnis legte um 19,9 % auf 1,67 Mrd. Euro zu, wie das Unternehmen am Mittwoch bekannt gab. Der Kurs der RWE-Aktie stieg nach der Veröffentlichung der Zahlen um gut 1,5 % auf 42,25 Euro. Nach ersten Analysteneinschätzungen liegen die Zahlen leicht über den Erwartungen.

ddp/vwd ESSEN. Zu dem guten Ergebnis hätten neben der erstmaligen Einbeziehung von VEW die guten Erträge bei Mineralöl und Chemie sowie Maßnahmen zur Kostensenkung beigetragen, betonte der Konzern. Eine Erhöhung des Stromergebnisses sei jedoch nicht erzielt worden. Dafür wurden zusätzliche Belastungen aus dem Energiegeschäft wie Kosten aus der Anwendung neuer Gesetze zur Förderung erneuerbarer Energien und der Stromerzeugung mit Kraft-Wärme-Kopplung sowie gestiegene Brennstoffkosten verantwortlich gemacht.

Der Umsatz des fusionierten Konzerns mit jetzt 154 100 Mitarbeitern stieg im ersten Halbjahr um 29 % auf 29,5 Mrd. Euro. Als Grund wurden vor allem das externe Wachstum durch die VEW-Integration und die Erstkonsolidierung der übernommenen US-Baugesellschaft Turner genannt. Für das gesamte Gesamtjahr bekräftigte der Konzern sein Ziel, das Betriebsergebnis trotz des weiter schwierigen Stromgeschäfts um mindestens zehn Prozent zu erhöhen. Der übernommene britische Wasserversorger Thames Water werde erstmals im dritten Quartal der laufenden Rechnungslegungsperiode im Konzernabschluss enthalten sein. Der ostdeutsche Braunkohlenproduzent LAUBAG wurde wegen der Auflagen des Bundeskartellamtes für die Fusion mit VEW nicht mehr konsolidiert.

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte den Angaben zufolge um 15 % auf 2,73 Mrd. Euro zu. Vor und nach Steuern ergaben sich 970 Mill. (-7,7 %) beziehungsweise 687 Mill. Euro (+16,2 %), woraus ein um 15,2 % höheres Nettoergebnis von 493 Mill. Euro verbleibt. Das um rund 81 % gesunkene neutrale Ergebnis von 41 Mill. Euro erklärt der Konzern mit den hohen Vorjahreserträgen aus der Veräußerung von Telekommunikationsbeteiligungen. Das Finanzergebnis ging ebenfalls um 33 % auf minus 745 Mill. Euro zurück, wofür RWE Zinsaufwendungen und einen höheren Zinsanteil langfristiger Rückstellungen im Zuge der Integration von VEW verantwortlich machte. Der Gewinn je Aktie nahm im ersten Halbjahr 2000/2001 auf 0,87 von 0,78 Euro zu.

Nach der Fusion mit dem Energiekonzern VEW im Juli 2000 orientiert sich RWE auf die so genannte Multi-Utility-Strategie. Hinter diesem Konzept verbergen sich die Konzentration auf die Kerngeschäftsfelder Energie und Umwelt in den Bereichen Strom, Gas, Wasser und Entsorgung sowie eine konsequente Internationalisierungsstrategie.

Wie der RWE-Vorstandsvorsitzende Dietmar Kuhnt bei der Vorstellung der Zahlen sagte, rechnet der Konzern in Kürze mit grünem Licht für sein Angebot zur Übernahme des spanischen Energieversorgers Hidrocantabrico. Man gehe davon aus, dass die spanische Börsenaufsicht die am 6. Februar eingereichte Offerte in den nächsten Tagen genehmigen werde. "Hidrocantabrico ist für unsere Strategie der sinnvollste Fit in Spanien", betonte Kuhnt. Spanien sei mit einem erwarteten Wachstum in den nächsten Jahren von durchschnittlich vier Prozent der derzeit am schnellsten wachsende Energiemarkt Europas. Bei der Internationalisierung im Strombereich habe RWE auch den nordamerikanischen Markt im Auge, sagte Kuhnt weiter. Dort habe man mit dem Steinkohleunternehmen Consol eine ausbaufähige Startposition. Um langfristig zu den führenden Stromanbietern Europas zu gehören, müsse RWE angesichts des stagnierenden Inlandsmarktes im Ausland wachsen, sagte Kuhnt.

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