Energiekonzern sucht Nachfolger
Preussag-Chef dementiert Wechsel zu RWE

Der Vorstandschef des Touristikonzerns Preussag, Michael Frenzel, hat Medienberichte über einen angeblich bevorstehenden Wechsel zum Energiekonzern RWE dementiert. "Diese Spekulationen entsprechen nicht der Realität", erklärte Frenzel am Montag in einer in Hannover verbreiteten Pressemitteilung von Preussag.

Reuters HANNOVER. "Wir haben in den vergangenen Jahren den führenden europäischen Touristikkonzern aufgebaut und wollen unsere Zukunftschancen weiter nutzen. Mein Platz ist und bleibt daher bei Preussag in Hannover", sagte Frenzel. Die "Welt am Sonntag" hatte berichtet, Frenzel sei als Nachfolger von RWE-Chef Dietmar Kuhnt im Gespräch.

Eine RWE-interne Nachfolgeregelung werde zunehmend unwahrscheinlicher, berichtete die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf Aufsichtsratskreise. Der bislang als Kronprinz Kuhnts gehandelte RWE-Vorstand Richard Klein gelte als beschädigt, weil er in den 90er Jahren den Einstieg der RWE beim Müllunternehmen Trienekens betrieben habe, dessen mögliche Verwicklung in die Spenden-Affäre der Kölner SPD derzeit untersucht wird.

Branchenkreise bestätigten Reuters, dass sich RWE-Aufsichtsratschef Friedel Neuber deshalb seinen einstigen Büroleiter Frenzel an der Spitze des Energiekonzerns vorstellen könne. Neuber gilt als langjähriger "Ziehvater" und Vertrauter Frenzels, der vor seinem Wechsel 1988 zu Preussag als Neubers "rechte Hand" bei der Westdeutschen Landesbank galt. Neuber hat zudem als Aufsichtsratschef der Preussag bis heute engen Kontakt zu Frenzel und hatte den Umbau des Stahl- und Kohlekonzerns zum heute weltgrößten Touristikkonzern mit vorangetrieben.

Im Management des Preussag-Konzerns galt es schon am Wochenende jedoch "als sehr unwahrscheinlich, dass Frenzel den Konzern mitten im Umbauprozess verlassen will", wie aus Unternehmenskreisen verlautete. Frenzel sei nicht auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Aber offenbar werde Frenzel von Neuber und möglicherweise auch Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) bedrängt. Frenzel ist ein Duzfreund des Kanzlers und hatte vor einem Jahr auf Bitten Schröders den Vorsitz im Aufsichtsrat der Deutsche Bahn AG übernommen. Die "Welt am Sonntag" berichtete unter Berufung auf Unternehmenskreise, Schröder könne ein Interesse daran haben, an der Spitze eines der wichtigsten deutschen Energiekonzerne einen Vertrauten zu installieren.

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