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Energiekonzerne bleiben mit ihrer Preispolitik in der Kritik

Die Kritik am Preisverhalten der Energiekonzerne reißt nicht ab. Die angekündigten Erhöhungen seien nicht zu begründen und müssten zurückgenommen werden, forderte Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne). Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) bezeichnete die hohen Energiepreise als Schwerlast für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Sie gefährdeten weiteres Wachstum. Auch führende Wirtschaftsforschungsinstitute sehen die Preispolitik der Energiekonzerne als akutes Konjunkturrisiko. Der Chef des E.ON- Konzerns , Wulf Bernotat, wies die Kritik zurück: "Von Preistreiberei und Abzocke kann keine Rede sein."

dpa-afx BERLIN. Die Kritik am Preisverhalten der Energiekonzerne reißt nicht ab. Die angekündigten Erhöhungen seien nicht zu begründen und müssten zurückgenommen werden, forderte Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne). Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) bezeichnete die hohen Energiepreise als Schwerlast für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Sie gefährdeten weiteres Wachstum. Auch führende Wirtschaftsforschungsinstitute sehen die Preispolitik der Energiekonzerne als akutes Konjunkturrisiko. Der Chef des E.ON - Konzerns , Wulf Bernotat, wies die Kritik zurück: "Von Preistreiberei und Abzocke kann keine Rede sein."

"Die Unternehmen haben bislang keine reelle Erklärung für die geplanten Preiserhöhungen geliefert und wären gut beraten, sie zurückzunehmen", sagte Künast am Freitag der dpa. Zugleich äußerte sich die Ministerin aber skeptisch zu Forderungen nach einer Vorab- Genehmigung von Netzentgelten: "Das ist bei Haustarifen heute schon auf Landesebene möglich, wo es aber nicht überall effektiv funktioniert." Der Vorsitzende des BDI-Energieausschusses, Werner Marnette, begrüßte in einem dpa-Gespräch den von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) geplanten Energie-Gipfel, zu dem auch die Verbraucherschützer eingeladen werden müssten.

Planungs- UND Investitionsunsicherheit

Privathaushalte in Hamburg hatten nach Worten Marnettes in den vergangenen vier Jahren Erhöhungen von 35 % zu verkraften. "Und keiner weiß, wohin sich die Energiepreise entwickeln." Für die Betriebe führe das zu Planungs- und Investitionsunsicherheit und schließlich zur Verlagerung energieintensiver Projekte ins Ausland. E.ON-Chef Bernotat begründete die Preiserhöhungen in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" mit gestiegenen Kosten für Strom und Gas. "Im wesentlichen sind das die drastisch gestiegenen Weltmarktpreise für Öl, Kohle und Gas sowie die gewachsenen staatlichen Belastungen", sagte der E.ON-Chef, der eine rasche Prüfung durch das Kartellamt forderte. Deutschlands größter Energiekonzern will wie RWE und Vattenfall die Strompreise zum Jahreswechsel erhöhen.

Stellungnahmen Gefordert

Das Bundeskartellamt forderte von den führenden Strom- und Gasversorger Stellungnahmen zu den angekündigten Preiserhöhungen. Die Schreiben an die Unternehmen seien im Zuge der eingeleiteten Prüfungen verschickt worden, sagte ein Sprecher. In den nächsten Wochen werde es Gespräche zwischen den Unternehmen und der Wettbewerbsbehörde geben.

Nach Einschätzung des Konjunkturexperten des Instituts für Wirtschaftsforschung (IWH Halle), Udo Ludwig, bergen die hohen Energiepreise Gefahren für die wirtschaftlich Entwicklung. "Steigende Strompreise sind eine Kostenbelastung für Unternehmen und Haushalte und daher für die Konjunktur schädlich", sagte er der "Berliner Zeitung". Ähnlich urteilte der Konjunkturchef das Rheinisch- Westfälischen Institutes für Wirtschaftsforschung (RWI Essen): "Die hohen Kosten für Energie absorbieren einen spürbaren Teil des Einkommens der Haushalte."

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