Energiekrise im High-Tech-Land
In Kalifornien gehen wieder die Lichter aus

dpa WASHINGTON. Die Energiekrise in Kalifornien hat sich wieder zugespitzt. Zum ersten Mal seit Januar ordneten die Behörden des Staates am Montag Stromabschaltungen an. Wegen des warmen Frühlings an der Westküste ließen viele Bewohner ihre Klimaanlagen laufen, was die Nachfrage nach Strom in die Höhe trieb. Gleichzeitig mussten mehrere Kraftwerke wegen technischer Störungen vom Netz gehen oder waren nur teilweise in Betrieb. Außerdem sind die Hälfte der kleineren Energieanlagen wegen finanzieller Probleme, fehlenden Windes oder aus Mangel an Naturgas abgeschaltet.

Der staatliche Netzbetreiber ISO wies die beiden größten Stromversorger des Staates an, 500 Megawatt Strom zurück zu halten, womit etwa 500 000 Haushalte versorgt werden könnten. Die ersten warmen Tage des Jahres gaben der Westküste ein Vorgeschmack auf den Sommer, wenn die Haushalte drastisch mehr Strom für die Klimaanlagen benötigen. Der Gouverneur Kaliforniens, Gray Davis, hatte versucht, mit kräftigen Stromkäufen aus der Staatskasse und langfristigen Lieferverträgen die Energiekrise bis zum Sommer zu lindern.

Energie war in dem Bundesstaat durch eine misslungene Deregulierungs-Politik knapp geworden. Durch den wirtschaftlichen Aufschwung waren die Strompreise auf dem freien Markt über Erwarten gestiegen. Die Stromversorger stehen am Rand des Bankrotts, weil sie die höheren Kosten nicht an die Verbraucher weiter geben dürfen. Hinzu kommt, dass in Kalifornien durch scharfe Umweltbestimmungen in den vergangenen zehn Jahren keine Kraftwerke mehr gebaut wurden.

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