Energieprognose 2000
Esso-Studie prognostiziert Rückgang des deutschen Energiebedarfs

Bei den Erdölreserven ist nach dem Ergebnis der Studie keine baldige Knappheit zu befürchten. Die weltweiten Ölvorräte reichen noch mehrere hundert Jahre.

Reuters-dpa STUTTGART. Das Mineralölunternehmen Esso rechnet mit einem sinkenden Energiebedarf in Deutschland innerhalb der nächsten 20 Jahre. In der am Freitag in Stuttgart vorgestellten Energieprognose 2000 der deutschen Tochter des US-amerikanischen Exxon-Konzerns hieß es, der Verbrauch an Primärenergie werde trotz andauernden Wirtschaftswachstums bis zum Jahr 2020 um fünf Prozent zurück gehen. Dabei geht die Esso-Studie für die kommenden Jahre von einem Wirtschaftswachstum um jährlich 2,2 % und einem langfristig stabilen Rohölpreis aus. Während der Anteil des Mineralöls am Energieverbrauch der Studie zufolge weiter sinkt, gewinnen Erdgas und erneuerbare Energien an Bedeutung.

"Das Erdgas wird sich in Deutschland auf Kosten des Minerölverbrauchs weiter ausbreiten", sagte Esso-Sprecher Karl-Heinz Schult-Bornemann bei der Präsentation der Studie. So werde der Mineralölverbrauch von knapp 191 Mill. Tonnen Steinkohleeinheiten im vergangenen Jahr auf 159 Mill. Tonnen im Jahr 2020 fallen. Trotzdem werde Mineralöl aber auch noch im Jahr 2020 rund 35 % des Energieverbrauchs ausmachen und damit der wichtigste Energieträger bleiben. Insgesamt wird in der Studie von einem Rückgang des Primärenergieverbrauchs von gut 484 Mill. Tonnen Steinkohleeinheiten im vergangenen Jahr auf 461 Mill. Tonnen in 2020 ausgegangen.

Deutlichster Rückgang beim Benzinverbrauch erwartet

Den deutlichsten Rückgang erwartet Esso in seiner Prognose beim Benzinverbrauch, der in den nächsten zwei Dekaden durch den sinkenden Kraftstoffverbrauch im Autoverkehr um rund 40 % sinken werde. Beim Dieselverbrauch werde hingegen nur mit einem leichten Rückgang gerechnet.

Bei den Erdölreserven ist nach dem Ergebnis der Studie keine baldige Knappheit zu befürchten. Durch den technischen Fortschritt beim Aufspüren und der Förderung von Öl und durch den erwarteten geringeren Verbrauch könnten die Erdölvorräte etwa 270 bis 300 Jahre halten, erwartete Schult-Bornemann. "Die wirklichen Resourcen sind um ein vielfaches höher als die bekannten, sicher bestätigten Reserven", verdeutlichte der Sprecher.

Wie Esso weiter mitteilte, ging die Ölförderung auf Grund der OPEC-Beschlüsse im vergangenen Jahr weltweit um 3,7 % zurück. Der Rückgang war mit bis zu zehn Prozent im Nahen Osten am stärksten.



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