Energieriese zog aus niederländischem Recht Vorteile: Enron umschiffte Steuerzahlungen

Energieriese zog aus niederländischem Recht Vorteile
Enron umschiffte Steuerzahlungen

Der Konzern hat nicht nur seine Bilanzen geschönt, sondern auch große Anstrengungen unternommen, um Steuerzahlungen zu vermeiden.

HOUSTON. Der insolvente US-Energieriese Enron Corp. hat nicht nur Schulden in seinen Bilanzen versteckt und Gewinne aufgebauscht, sondern auch große Anstrengungen unternommen, um Steuerzahlungen zu vermeiden. Dazu hat Enron für mehr als 140 seiner Partnerfirmen die Niederlande als Hauptsitz gewählt. Das Land gilt für ausländische Unternehmen als Steueroase, die mit einer Reihe von Vergünstigungen lockt. Dazu gehören niedrige Steuersätze und freundlich gesonnene Behörden.

In den Niederlanden hat Enron deshalb Partnerfirmen angesiedelt, die beispielsweise mit Breitbandkabel und mit Windenergie Geschäfte machten. Dort hatten aber auch Gesellschaften ihren Firmensitz, die in Venezuela, Mexiko, Brasilien, Spanien, Polen, Italien, China und der Türkei investiert hatten.

Enron wandte - wie andere US-Unternehmen auch - unter anderem folgende Methode an: Es siedelte in den Niederlanden zunächst eine Holding an, die in einem Drittland wie Kolumbien eine Tochtergesellschaft gründete. Dann vergab die Holding Darlehen an die Tochter, die die Zinszahlungen (an die Holding) als Betriebskosten steuerlich geltend machte. Da das US- und das niederländische Recht diese Firmen als eine Einheit behandeln, musste die Holding diese Zinszahlungen nicht als Einnahmen bilanzieren und demnach auch nicht versteuern.

Unterdessen gehen die Untersuchungen im Enron-Skandal weiter: Der Handelsausschuss des US-Senats will am kommenden Dienstag den früheren Konzernchef Kenneth Lay vernehmen.

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