Energiesektor schwach
Europäische Börsen tendieren leichter

Die europäischen Börsen haben am Donnerstag nach der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed mit Ausnahme von Stockholm schwächer tendiert. Einige Indizes sanken im Handelsverlauf zudem auf ihren tiefsten Stand seit April. Zu den stärksten Verlierern gehörten Titel des Energiesektors.

Grund sei der deutliche Rückgang der Ölpreise wegen der hohen Lagerbestände in den USA, sagten Händler. Nach der Statistik des API waren die Benzinvorräte in den USA in der Woche zum 22. Juni um 3,3 Mill. auf 222,9 Mill. Barrel (Barrel = 158 Liter) gestiegen. Am Mittwoch war der Preis der Nordseesorte Brent daraufhin bis zum Abend um knapp 1,4 auf 25,55 $ gesunken.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz notierte gegen Mittag mit 0,91 % im Minus bei 3924 Zählern. Der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) fiel um 1,12 % auf 4078 Punkte.



London: angeführt von Ölwerten schwächer

Die Londoner Börse hat sich am Donnerstag angeführt von den Titeln des Ölsektors schwächer präsentiert. Der FTSE-Index notierte mit 0,47 % im Minus bei 5581 Punkten. Zeitweilig markierte der Index mit 5519 Punkten den tiefsten Stand seit dem 4. April. Unter den Einzelwerten gaben BP 3,75 % auf 590 Pence nach, Shell verloren 3,72 % auf 581 Pence. Der Gaspipeline-Betreiber Lattice legte hingegen nach einer Heraufstufung durch UBS Warburg 2,11 % auf 157 Pence zu. Die Gewinne bei Vodafone begrenzten nach Händereinschätzung die Verluste im Index, nach dem ein Großaktionär mitgeteilt hatte, er habe derzeit nicht vor seinen Vodafone-Anteil zu verkaufen. Vodafone legten gut fünf Prozent auf 153 Pence zu.

Zürich: Finanzwerte tendieren schwächer

Die Schweizer Börse hat nach der Zinssenkung der US-Notenbank im Handelsverlauf Abschläge verzeichnet. Der SMI-Index gab 0,38 % ab und notierte mit 6971 Punkten. Händler sprachen von einer schlechten Stimmung im Markt, die sich durch den geringer als erwartet ausgefallenen Zinsschritt der Fed nicht gebessert habe. Die Finanzwerte büßten im Rahmen der Marktentwicklung überwiegend bis zu gut einem halben Prozentpunkt ein. Swiss Re gaben etwas deutlicher um 0,91 % auf 3480 sfr nach. Nestle sanken um 0,54 % auf 370 sfr. Nach einem Zeitungsbericht soll der Lebensmittelkonzern an einer Übernahme des Speiseeisgeschäftes "Schöller" der Südzucker AG interessiert sein.

Paris: Totalfina belastet

Die Kurse an der Pariser Börse haben erneut überwiegend nachgegeben, wobei Indexschwergewicht TotalFina über drei Prozent verlor. Der CAC 40-Index gab 0,96 % auf 5008 Zähler ab. Nachdem die Ölpreise am Mittwoch ein 14-Monatstief erreicht hätten, hätten Investoren verstärkt TotalFina verkauft, hieß es am Markt. TotalFina büßten im Handelsverlauf 3,83 % auf 160 Euro ein. Am breiten Markt konnten Coflexip zeitweilig über zehn Prozent zulegen, nachdem berichtet wurde, Konkurrent Technip plane eine Übernahme. Technip büßten daraufhin 8,51 % auf 151,50 Euro ein.

Mailand: Banca di Roma trotzt schwachem Trend

Die Aktienwerte an der Mailänder Börse haben mehrheitlich Kursverluste verbucht. Der Mib-30-Index gab um 0,89 % auf 36 198 Zähler nach. Ein US-Zinsschritt von 25 Basispunkten sei nicht genug gewesen, um die Kursverluste bei den Energiewerten aufzufangen, sagten Händler. Auch habe die Nachricht von Stellenstreichungen bei der Netzwerksparte von Nokia belastet. Banca di Roma legten indessen 0,37 % auf 3,51 Euro zu nach Zeitungsspekulationen, das Bankhaus sei womöglich ein Übernahmekandidat in dem sich konsolidierenden italienischen Bankensektor.

Madrid: Telefonica im Plus

Die Madrider Börse hat sich schwächer gezeigt. Der Ibex 35-Index notierte mit 0,48 % im Minus bei 8745 Punkten. Telefonica konnten sich nach anfänglichen Verlusten wieder erholen und lagen im weiteren Handelsverlauf mit 0,56 % im Plus bei 14,37 Euro. Zuvor hatte die finnische Nokia Stellenstreichungen in ihrer Netzwerksparte angekündigt. Telefonica Moviles gaben 0,40 % auf 7,56 Euro ab. Unter den größten Verlierern war die Aktie des Ölkonzerns Repsol mit einem Kursverlust von 2,42 % auf 18,97 Euro.

Amsterdam: Technologiewerte ziehen Index ins Minus

Die Aktienwerte an der Amsterdamer Börse haben überwiegend schwächer tendiert. Der AEX-Index gab um 0,9 % nach und notierte mit 553 Punkten. Zu den größten Verlierern gehörten die Technologiewerte. Händler verwiesen auf sinkende Nasdaq-Futures, die auf eine schwächere Eröffnung der Technologiewerte in den USA hindeuteten. Unter den Einzeltiteln büßten Philips Electronics 1,96 % auf 28,62 Euro ein. Gegen den Trend zog die Aktie des IT-Beratungshauses CMG 6,17 % auf 4,99 Euro an. Händler sprachen von einer Erholung nach den jüngsten Kursverlusten.

Wien: Libro vom Handel ausgesetzt

Die Wiener Börse hat sich dem europäischen Trend folgend leichter gezeigt. Der ATX verzeichnete einen Abschlag von 0,63 % bei 1217 Punkten. Das Kursminus bei OMV habe den Index gedrückt, sagten Händler. Auslöser sei eine Herbstufung der Aktie durch die Credit Suisse First Boston gewesen, die OMV nun auf "verkaufen" nach zuvor "halten" einstufte. OMV büßten daraufhin 3,6 % auf 101 Euro ein. Unterdessen wurden die Aktien der Libro vom Handel ausgesetzt.

Brüssel: bei ruhigem Handel etwas leichter

Die Börse in Brüssel hat bei ruhigem Handelsgeschehen etwas leichter tendiert. Der Bel 20-Index verlor 0,25 % auf 2839 Punkte. Die Indexschwergewichte zeigten sich im Handelsverlauf uneinheitlich bis etwas schwächer. Vor der Bekanntgabe seiner Jahresgeschäftszahlen, die nach Börsenschluss erwartet werden, zog die Aktie des Einzelhändlers Colruyt 0,60 % auf 42,15 Euro an. Der Finanzschwergewicht Fortis B büßte dagegen 0,83 % auf 27,47 Euro ein.

Stockholm: gegen den Trend fester

Die Stockholmer Börse hat sich gegen den europäischen Markttrend fester präsentiert. Der OMX-Index zog im Handelsverlauf 0,81 % auf 856 Zähler an. Am Markt hieß es, die Börse werde sich aber weiterhin eher gedämpft zeigen bis der US-Handyproduzent Motorola am 12. Juli seine Zweitquartalszahlen veröffentlicht hat. Ericsson legten 2,0 Kronen auf 57,00 Kronen zu, nachdem das Unternehmen mitteilte, einen Mobilfunkausrüstungsauftrag aus Italien erhalten zu haben.

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