Energietitel verzeichneten stärkste Abgaben
Konjunktursorgen belasten Europas Börsen

Die europäischen Börsen haben sich gegen Mittag angesichts gestiegener Konjunktursorgen zumeist in der Verlustzone bewegt. Der besser als erwartet ausgefallene Nokia-Quartalsgewinn dämmte die Verluste bei Erdölwerten ein, hieß es am Markt.

Reuters. Der DJ-Stoxx50-Index der größten Unternehmen der EU und der Schweiz notierte gegen Mittag 1,9 Prozent tiefer mit 3 403,9 Zählern. Händler verwiesen auf die schlechten Konjunkturdaten aus Deutschland. Das deutsche Ifo-Institut hatte zuvor bekannt gegeben, der Geschäftsklimaindex sei in Westdeutschland im September auf 85,0 von 89,5 Punkten im August gefallen und habe damit den niedrigsten Stand seit November 1993 markiert. Analysten hatten mit 88,1 Punkten gerechnet. "Diese Zahlen sind enttäuschend. Sie zeigen, dass die wirtschaftliche Entwicklung die Talsohle noch nicht erreicht hat und dass wir mehr Abwärtsrisiken in den kommenden Monaten sehen werden", sagte ein Analyst.

Konjunktursensitive Sektoren wie Chemie oder Automobile verzeichneten deutliche Verluste. Energietitel verzeichneten die stärksten Abgaben. Der Rohölpreis bewegte sich weiterhin um den tiefsten Stand der vergangenen zwei Jahre. Der Subindex der Energietitel schwächte sich um 4,3 Prozent ab. Einziger Bereich mit Gewinnen war der Nahrungsmittel-Sektor. Technologietitel erhielten eine Stütze von den Nokia Nokia-Äusserungen. teilte am Freitag mit, der Gewinn pro Aktie liege bei 0,16 Euro nach 0,19 Euro im Vorjahresquartal. Die befragten Analysten hatten durchschnittlich mit 0,15 Euro gerechnet. Zum Ausblick sagte der finnische Konzern, die Mobiltelefon-Verkäufe dürften im letzten Quartal im Vergleich zum Vorjahr stabil bleiben. Das Netzwerkgeschäft bleibe weiterhin schwierig. Ericsson , die stark in diesem Bereich engagiert sind, verloren 6,2 Prozent.

LONDON

- Die Londoner Börse notierte angeführt von Kursverlusten bei Öl- und Finanzwerten schwächer. Der FTSE100-Index verlor zum Mittag 1,6 Prozent auf 5033 Zähler. Bei den Ölwerten fielen BP aufgrund der tiefen Erdölpreise um 4,5 Prozent und Shell gaben 3,5 Prozent nach. Bei den Banken verloren HSBC 2,5 Prozent und Royal Bank of Scottland tendierten um 1,7 Prozent tiefer. PARIS - An der Pariser Börse schwächte sich der CAC-40-Index um 1,7 Prozent auf 4263 Zähler ab. Händler zufolge kamen bis zum Mittag eine Reihe negativer Faktoren zusammen. Der unbefriedigende Geschäftsgang bei wichtigen Technologiefirmen wie Nortel belasten auch die französischen Konkurrenten. Alcatel bauten die Vortagesabgaben weiter aus und fielen in einer volatilen Sitzung um 3,9 Prozent auf 15,52 Euro. France Telecom waren dagegen stabil. ZÜRICH - Die Schweizer Aktien tendierten bei sehr volatilem Handel und eher geringen Umsätzen leichter. Laut Händlern hielt der Markt vor allem dank Nestle recht gut. Im Vordergrund stünden weiter Einzelsituationen, hiess es. Ein klarer Trend sei nicht erkennbar. Ein Marktteilnehmer sagte, das fundamentale Umfeld sei wegen der Verunsicherung im Zusammenhang mit den Milzbrandfällen und den schwachen Konjunkturdaten, die die Furcht vor einer Rezession schürten, sicher eher negativ einzustufen. Der SMI notierte um 0,41 Prozent tiefer bei 6067,6 Punkten. Die Titel des weltgrössten Nahrungsmittelkonzerns Nestle stiegen 3,2 Prozent auf 335,50 sfr, obwohl der Quartalsausweis eher am unteren Ende der Erwartungen lag. Ein Händler sagte, die Ankündigung von Nestle, einen Minderheitsanteil des Augenheilbereichs Alcon frühestens im Jahr 2001 an die Börse bringen zu wollen, sei positiv aufgenommen worden. AMSTERDAM - Die niederländische Börse tendierte im Mittagshandel ebenfalls schwächer. Der AEX-Index fiel um 1,3 Prozent auf 446,5 Zähler. Vor allem die Titel der Telekomfirma KPNQwest zogen Käufe auf sich und legten 3,3 Prozent auf 6,25 Euro zu. Royal Dutch fielen um 3,6 Prozent auf 55,3 Euro. MAILAND - Der Mib30-Index verlor zur Mittagssitzung 2,09 Prozent auf 30.231 Zähler. Die besser als erwartet ausgefallenen Nokia-Resulatet vermochten Händlern zufolge keine positiven Impulse zu geben. Die italienischen Telekomwerte bauten ihre Vortagesverluste bis zum Mittag weiter aus. Olivetti gaben 1,6 Prozent nach, Telecom Italia verloren rund zwei Prozent. MADRID - Die schlechten Ifo-Daten hinterliessen auch an der Madrider Börse Spuren hinterlassen. Der Ibex-Index notierte zum Mittag rund zwei Prozent tiefer mit 7647 Zähler. Bankenwerte tendierten schwächer; Santander Central Hispano ermässigten sich um 0,2 Prozent und Banco Bilbao Vizcaya Argentaria verloren 0,3 Prozent. Im Trend negativ notierten auch Telefonica, die moderate Abschläge von 0,28 Prozent verzeichneten. STOCKHOLM - Der OMX-Index notierte über eineinhalb Prozent tiefer bei 746 Zählern. Telia schwächten sich um ein Prozent ab. Das Pharma-Schwergewicht AstraZeneca legte 0,7 Prozent zu. WIEN - Der österreichische ATX-Index verlor 3,2 Prozent auf 1058,5 Punkte. Verluste standen erneut bei RHI und auch Austrian Airlines an - beide Werte haben bereits in den vergangenen Wochen massiv unter Druck gestanden. BRÜSSEL - Der Bel-20-Index verlor bis zum Mittag in einem dünnen Handel fast ein Prozent auf 2580 Zähler. Die zwei Indexschwergewichte Fortis und Electrabel tendierten nach einer uneinheitlichen Morgensitzung negativ.

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