Energieversorger im Blick
Dax-Ausblick: Keine Beruhigung in Sicht

Nach der Berg- und Talfahrt dieser Woche sind die Hoffnungen auf Besserung gering. Einige Analysten halten sogar ein Abrutschen unter das Fünf-Jahres-Tief von 3 235,38 Punkten für möglich.

woe/rtr FRANKFURT. In dieser Woche schwankten die führenden Indizes in Europa und den USA zum Teil um mehr als 10 Prozent, konnten die Woche aber mit Kursgewinnen beenden.

Einige Marktbeobachter sehen gerade in den starken Schwankungen der vergangenen Tage Grund zur Hoffung. Denn die hohe Ausschläge signalisieren häufig den Beginn einer Trendumkehr. Außerdem ist die Berichtssaison für das zweite Quartal so gut wie abgeschlossen, so dass von dieser Seite kaum mehr mit Überraschungen zu rechnen ist.

Störfaktoren

Anleger müssen dennoch weiter auf Enttäuschungen gefasst sein, warnt die Berenberg Bank. Die Hoffnungen auf eine Leitzinssenkungen in den USA, die schon in dieser Woche die Kurse beflügelt hatte, halten die Berenberg-Analysten für verfrüht. Sie gehen davon aus, dass die Fed ihre Leitzinsen am kommenden Dienstag "nicht senken, sondern bestenfalls den Bias in Richtung Zinssenkung ändern wird".

Außerdem, so Berenberg weiter, müssten bis zum 14. August die Vorstände in den USA die Richtigkeit ihrer Abschlüsse bestätigen. Falls einige sich weigern sollten, dürfte dies erheblich die Kurse belasten.

Auch die Deutsche Bank sieht die Entwicklung der kommenden Woche skeptisch. Der Deutsche Aktienindex (Dax) werde sich in einer Spanne zwischen 3 200 und 4 000 Punkten bewegen, sagte Aktienstratege Bernd Meyer. Damit könnte der Dax sein Fünf-Jahres-Tief von 3235,38 Punkten unterschreiten, das er am vergangenen Dienstag markiert hatte.

Versorger im Blick

Bei den letzten Veröffentlichungen dieser Berichtssaison stehen in der kommenden Woche die Energiewerte RWE und Eon im Rampenlicht. Beide verzeichneten nach Einschätzung von Analysten im Kerngeschäft im ersten Halbjahr ein robustes Wachstum. Dabei profitierten sie unter anderem von gestiegenen Energiepreisen.

In den Randsparten - bei Eon etwa Chemie und Logistik - müsse jedoch mit rückläufigen Zahlen gerechnet werden. RWE muss zudem die Anleger von ihrer Strategie überzeugen, neben Energie auch Wasser und Abfallbeseitigung anzubieten. Bei Eon richtet sich das Augenmerk derweil auf die vorerst gerichtlich gestoppte Übernahme von Ruhrgas.

Die Fusion von Eon und Ruhrgas überschattet indessen die Bekanntgabe der Degussa-Quartalsergebnisse. Schließlich hängt die geplante Übernahme der Degussa-Mehrheit durch RAG von dieser Fusion ab. Eon will im Tausch für Ruhrgas-Anteile ihr Degussa-Aktienpaket an RAG abgeben.

Allianz dürfte wenig überraschen

Mit wenig Spannung werden dagegen die Halbjahresergebnisse der Allianz erwartet. Nach der jüngsten Senkung der Gewinnprognosen halten Marktteilnehmer negative Überraschungen für unwahrscheinlich und schließen damit auch weitere Verluste nahezu aus. Seit der Korrektur der Vorhersagen vor zwei Wochen hat die Allianz-Aktie mehr als ein Fünftel ihres Wertes verloren.

Beim Anlagenbauer und Lkw-Hersteller MAN richtet sich das Hauptaugenmerk der Anleger auf den Geschäftsausblick. Die Drucktochter MAN Roland hat kürzlich für das erste Halbjahr einen dramatischen Gewinneinbruch bekannt gegeben.

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