Energieversorger profitiert vom GVS-Verkauf
MVV Energie verbessert Ergebnis

Der Regionalversorger MVV Energie profitiert im laufenden Geschäftsjahr 2002/03 massiv von dem Verkauf seiner Beteiligung an der Gasversorgung Süddeutschland (GVS).

Reuters MANNHEIM. Aus dem Verkauf der 26,25 % an ein Konsortium aus der italienischen ENI und des Karlsruher Regionalversorgers EnBW sei ein Ergebniseffekt von 125 Mill. ? zu erwarten, sagte der scheidende Vorstandschef Roland Hartung am Mittwoch in Mannheim. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) werde in dem am 30. September zu Ende gehenden Geschäftsjahr bei 120 Mill. ? liegen und damit fünf Prozent höher als im Jahr zuvor. Dazu kämen noch 14 Mill. ? für Restrukturierungsmaßnahmen.

In den sechs Monaten von Oktober bis März ließ der Erlös aus dem GVS-Verkauf das Ebit auf 232 (2001/02: 107) Mill. ? nach oben schnellen. Ohne den Effekt hätte das Ebit stagniert. Der Halbjahres-Überschuss verdreifachte sich auf 174 Mill. ? von 56 Mill. ?. Der Umsatz kletterte aber nur noch durch Zukäufe um vier Prozent auf 976 Mill. ?, während er auf vergleichbarer Basis um vier Prozent zurückging. Grund für den Rückgang war ein um 17 % geringerer Stromabsatz von 13,1 Mrd. Kilowattstunden, nachdem der Stromhandel um fast ein Drittel einbrach. Ein Sprecher sagte, das Umsatzziel von zwei Mrd. ? für 2002/03 sei davon abhängig, ob der MVV noch weitere Zukäufe gelängen.

Die Erhöhung des Streubesitzes von derzeit 12,2 % durch einen zweiten Börsengang wird nach Ansicht Hartungs noch auf sich warten lassen. Die Ausgabe von neuen Aktien soll den Streubesitz in den nächsten zwei bis drei Jahren auf mindestens 25 % wachsen lassen. Seit der Übernahme der Ruhrgas ist der MVV-Konkurrent E.ON indirekt an der Nummer fünf auf dem deutschen Strommarkt beteiligt. 72,8 % der Anteile liegen bei der Stadt Mannheim.

Die geplante Regulierungsbehörde für den Energiesektor soll nach Auffassung der MVV nicht von Dauer sein. "Wir sind für ein befristetes Mandat, so dass man keine Institution schafft, von der man in einigen Jahren nicht mehr wegkommt", sagte Christoph Helle, Chef des Stromhandels-Bereichs der MVV. Man könne sich - ähnlich wie in Österreich - auch eine private Firma statt einer staatlichen Behörde vorstellen, die den Strommarkt überwache. Vorstandschef Hartung warnte zugleich, dass sich eine Senkung der Netznutzungsentgelte negativ auf das Ergebnis des Konzerns auswirken könnte. Der schädliche hohe Konzentrationsgrad in Deutschland müsse durch mehr Wettbewerb in Europa ausgeglichen werden, forderte er. Der Regulierer soll zum 1. Juli 2004 seine Arbeit aufnehmen.

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