Energieversorgung für Entwicklungsländer
Strom aus Backofenwärme

Aus der Wärme von Backöfen könnte einem britischen Forscher zufolge in Ländern ohne flächendeckende Energieversorgung Strom gewonnen werden.

HB/dpa LONDON. Der Wissenschaftlergruppe um den Physiker Mike Rowe von der Cardiff University habe einen hitzeresistenten Generator entwickelt, der aus der Wärme eines mit Holz betriebenen Ofens mehr als 100 Watt Leistung erzeuge, berichtet das britische Magazin "New Scientist" in seiner am Samstag erscheinenden Ausgabe. Diese Strommenge reiche für die Beleuchtung eines Raumes oder den Betrieb eines kleinen Fernsehers. Allein im Libanon gebe es zehnttausende Holzöfen, eine zuverlässige Stromversorgung dagegen nicht.

Der thermoelektrische Generator besteht aus zwei verschiedenen Metalldrähten, zwischen denen ein Strom fließt, wenn sie unterschiedlich warm sind. Solche Generatoren wurden den Angaben zufolge bislang nur bei den Weltraumsonden Voyager 1 und 2 genutzt, da sie wenig effizient sind. In den Entwicklungsländern sei das weniger wichtig, sagt Rowe. "Jede Form von Elektrizität ist besser, als gar keine."

"Das hört sich prinzipiell wunderbar an, wäre umweltpolitisch aber bestimmt nicht ganz ungefährlich", urteilt der Energie-Experte der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), Tilman Herberg. Es sei zu befürchten, dass die Menschen für den Betrieb des Generators viel mehr Holz verbrennen würden als bislang zum Kochen. "Damit würde man den Teufel mit dem Belzebub austreiben - in vielen dieser Länder stehen ja jetzt schon kaum noch Bäume."

Bislang gelten vor allem Solaranlagen und Schaufelräder für Flüsse als gute Möglichkeiten für eine dezentrale Stromversorgung in Entwicklungsländern. ´"Photovoltaik-Anlagen sind im Moment das beste, da gibt es bereits Hunderttausende bis Millionen", sagte Herberg. "Allerdings sind die Anlagen sehr teuer in der Anschaffung, eine preiswertere Möglichkeit der dezentralen Stromversorgung wäre schon traumhaft."

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