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Energiewerte belasten europäische Börsen

Die meisten der grösseren europäischen Aktienmärkte haben ihre frühen Gewinne am Freitag nicht halten können und trotz Kursanstiegen von Technologie- und Autotiteln schwächer geschlossen.

Der DJ Stoxx50-Index verlor 1,03 Prozent auf rund 3 495 Punkte. Die Kursabgaben in defensiven Sektoren wie Pharma und Lebensmittel lasteten auf den Indizes. Hinzu kamen grössere Kursabgaben bei den Erdöltiteln, die aufgrund der nachgebenden Rohölpreise unter Druck geraten waren.

Händler verwiesen auf die Ankündigung Russlands, eine Vereinbarung mit der Opec über Exportbeschränkungen aufzugeben. Der Subindex der europäischen Energiewerte büsste rund zwei Prozent ein. Royal Dutch , BP , Total Fina und Repsol YPF gingen schwächer aus dem Handel. Die positiven Zahlen des US-Computerkonzerns Dell hatten laut Händlern die Anleger zu Beginn zu Umschichtungen in den Technologiesektor veranlasst. Zu den Tagesgewinnern gehörten Ericsson mit einem Plus von gegen sieben Prozent. Im Autosektor wurde eine Rally von DaimlerChrysler angeführt, die 2,6 Prozent fester notierten.

LONDON - Die Londoner Aktienbörse büsste frühe Gewinne ein und gab nach. Händler erklärten, das geringe Interesse an geplanten und bereits umgesetzten Börsengängen habe das Anlegervertrauen beeinträchtigt. Gewinnen im Finanz- und Technologiesektor standen teilweise grössere Verluste im Einzelhandels- und Erdölsektor gegenüber. Bei den Hightech-Titeln legten Sage 2,9 Prozent zu, ARM Holdings gewannen 1,4 Prozent und Psion sprangen 15 Prozent nach oben. Logica dagegen büssten über fünf Prozent ein. Im Finanzsektor gewannen CGNU 1,5 Prozent und Prudential 1,3 Prozent. Die Titel des Einzelhändlers Boots dagegen verzeichneten nach der Zurückstufung durch CSFB ein Minus von vier Prozent. Bei den Erdöltiteln verloren BP 0,67 Prozent und Shell 0,9 Prozent.

ZÜRICH - Die Schweizer Aktien schwächten sich am Freitag nach einem Anstieg auf ein neues Jahreshoch bis zum Schluss wieder ab. Händler sprachen von einer typischen Vorpfingstbörse, garniert mit eher dünnen Umsätzen, mit Druck auf den defensiven Werten und mit einem schwachen Dollar. "Das hat gereicht, um die schönen Gewinne vom Morgen wieder dahinschmelzen zu lassen", sagte ein Händler. Der SMI stieg bis auf das neue Jahreshoch auf 6740,6 Punkte. Dann aber setzten Gewinnmitnahmen ein, als Anschlusskäufe ausblieben. Dabei seien wegen der höher erwarteten US-Technologiewerte vor allem defensive Werte verkauft worden. Durch ihr Gewicht hätten diese den Markt nach unten gezogen. Der SMI schloss um 0,74 Prozent tiefer auf 6642,6 Zählern. Mit Novartis und Nestle seien zwei Werte unter Druck geraten, die 40 Prozent der Gewichtung im SMI ausmachen.

PARIS - Kursverluste des Caterers Sodexho Alliance infolge schlechter Prognosen und ein Rückgang bei TotalFinaElf infolge des sinkenden Ölpreises prägten das Geschäft an der Pariser Börse. Der CAC-40 Index schloss 0,52 Prozent schwächer bei 4442,94 Punkten. Sodexho verloren fast fünf Prozent, nachdem die Gruppe einen Margen-Rückgang in Aussicht stellte. France Telecom konnten 2,1 Prozent hinzugewinnen. Die Titel des Pharmakonzerns Aventis ermässigten sich 1,4 Prozent ein und Sanofi Synthelabo Y.PA verloren zwei Prozent.

FRANKFURT - Die deutschen Aktienmärkte büssten ihre frühen Gewinne weitgehend ein und rutschten teilweise in die Verlustzone. Händler verwiesen auf Gewinnmitnahmen vor dem Wochenende nach den deutlichen Kursgewinnen in den vergangenen Tagen. Zuvor hatten noch ein besser als erwartet ausgefallenes Geschäftsergebnis des PC-Herstellers Dell und ein über den Erwartungen liegender Index des US-Verbrauchervertrauens Kauffreude an den Märkten ausgelöst. Die Titel des Finanzdienstleisters MLP brachen derweil nach den massiven Vortagesverlusten erneut um mehr als 18 Prozent ein. Der Dax pendelte am späten Nachmittag um seinen Vortagesschluss bei 4048 Punkten, nachdem er in dieser Woche knapp drei Prozent an Wert gewonnen hatte.

AMSTERDAM/BRÜSSEL - Die Benelux-Börsen litten laut Händlern unter Gewinnmitnahmen in Aktien wie Wolters Kluwer , die 2,7 Prozent einbüssten sowie unter Positionsglattstellungen vor dem Wochenende. Der AEX-Index verlor 0,77 Prozent auf 498,16 Punkte und der Brüsseler Bel-20 gab 0,84 Prozent auf 2832 Punkte nach. "Die Zahlen zum US-Verbrauchervertrauen waren gut. Offensichtlich sind die Leute sehr nervös", sagte ein Händler. Techtitel wie ASML und Philips büssten frühe Gewinne ein und gingen noch 1,3 Prozent beziehungsweise 0,5 Prozent fester aus dem Handel. KPN Telecom sprangen gegen den Trend 7,8 Prozent nach oben. In Brüssel verlor der Einzelhändler Delhaize 0,5 Prozent und KBC Bancassurance gaben ein Prozent nach.

MAILAND - Die Börse Mailand schloss etwas schwächer. Der Mib30 verlor 0,48 Prozent auf 31.667 Zähler. Im Fokus waren einmal mehr Banca di Roma , die 2,8 Prozent anstiegen. Die Fusion mit der Bank Bipop-Carire , die von den Aktionären am Freitagmorgen gebilligt worden war, würde die Position der Banca di Roma stärken, sagte Händler. Fiat stiegen ebenfalls gegen den Trend 1,85 Prozent. Die italienische Regierung hatte dem Autokonzern angesichts des geplanten Abbaus von Stellen eine mögliche staatliche Unterstützung in Aussicht gestellt.

MADRID - Die spanische Börse schloss kaum verändert. Der spanische Ibex-35 notierte 0,03 Prozent im Plus bei 8090,6 Zählern. Gewinne von Telefonica , die 0,34 Prozent gewannen, sowie der Bankschwergewichte Santander Central Hispano und Banco Bilbao Vizcaya Argentaria , die 0,3 Prozent und ein Prozent anzogen, konnten den Kursverlust des Energiekonzerns Repsol von minus 1,6 Prozent ausgleichen.

STOCKHOLM - Der Nordic-Index der skandinavischen Börsen gewann rund 0,25 Prozent auf 314 Zähler. Im Fokus war das Börsendebut der Industriegruppe Alfa Laval , deren Titel auf 98 Kronen stiegen. Bei den Techtiteln kletterten Ericsson rund sechs Prozent, während Nokia 1,3 Prozent verloren. Die Titel des finnischen Telekomausrüster Benefon brachen rund 33 Prozent ein.

WIEN - Abgaben bei der Erste Bank drückten den Wiener Aktienmarkt ins Minus. Der ATX verlor 0,05 Prozent auf 1330,93 Punkte. Erste Bank werden am Dienstag die Zahlen zum ersten Quartal bringen. Händler erklärten, einige Anleger hätten davor Gewinne mitgenommen. Wohin sich Erste Bank und damit der ATX nächste Woche bewegen, werde von den Zahlen abhängen. Erste Bank fielen auf 80,40 von 82,05 Euro. BWT verloren nach Vorlage von Quartalszahlen und trotz einem bekräftigten Ausblick 2,85 Prozent auf 25,60 Euro. Positiv schlossen nach der Hochstufung auf "Kaufen" durch die Erste Bank wieder MMK .

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