Energiewirtschaft schaltet Kernkraftwerke ab
Ungenügende Sicherheitstechnik im Kernkraftwerk Stade

ap HAMBURG/DÜSSELDORF/ESSEN. Das Kernkraftwerk Stade ist seit 1972 in Betrieb und damit eines der ältesten Anlagen in Deutschland. Der Reaktor liegt direkt am Unterlauf der Elbe, etwa 40 Kilometer von Hamburg entfernt in der niedersächsischen Kreisstadt Stade. Die Leistung des Druckwasserreaktors beträgt 672 Megawatt. Damit ist Stade eines der leistungsschwächsten deutschen Atomkraftwerke. Zu zwei Dritteln ist die Eon AG, zu einem Drittel die Hamburgische Elektrizitäts AG-Werke an dem Werk beteiligt.
Der Reaktor Stade wird von Atomgegnern seit Jahren als so genannter Schrottreaktor bezeichnet, da die Sicherheitstechnik nicht den modernen Anforderungen genüge. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisiert vor allem die Ummantelung des Reaktorkerns als zu schwach. In einer Sicherheitsanalyse über Stade schreibt Greenpeace: "Die Betonhülle der Reaktorkuppel ist mit 60 Zentimetern Dicke nicht gegen den Absturz von Flugzeugen gesichert. Die Kuppeln von neueren Atommeilern sind zwei Meter dick." Die Betreiber haben immer wieder widersprochen, wenn an der Sicherheit des Kraftwerkes gezweifelt wurde.



Kernkraftwerk Mülheim-Kärlich

Das Kernkraftwerk Mülheim-Kärlich wurde 1986 in Betrieb genommen. Nach nur 13-monatiger Laufzeit wurde der Reaktor auf Grund einer fehlerhaften Genehmigung 1988 vom Netz genommen. Die endgültige Stilllegung des AKWs erfolge "entsprechend der im Sommer zwischen der Bundesregierung und den Kernkraftwerksbetreibern getroffenen Verständigung", erklärte RWE. Der umstrittene 1 300-Megawatt-Reaktor nahm in den Energiekonsensgesprächen einen Sonderstatus ein: Vereinbart wurde schließlich der Abriss der Anlage, außerdem verzichtete RWE auf Schadenersatzansprüche an Rheinland-Pfalz. Dafür kann der Konzern 107,25 Terawattstunden Strom, die in Mülheim-Kärlich nun nicht produziert werden, auf andere Kernkraftwerke übertragen.

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