Engagement deutscher Firmen in China
Auch nach Olympia werden Geschäfte laufen

Nach einer Umfrage der Deutschen Handelskammer in China wollten im vergangenen Jahr 90 Prozent der deutschen Firmen ihre Aktivitäten im Reich der Mitte ausweiten. Inzwischen ist die Euphorie ein wenig getrübt.

PEKING. Für die deutschen Unternehmen werden sich auch nach den Sommerspielen noch sehr gute Auftragschancen in China bieten. „Das wird nicht abbrechen, sondern der Ausbau der Infrastruktur zieht im ganzen Land ja erst an“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Handelskammer in China, Richard Hausmann, in Peking. Das Fernbleiben der deutschen Politiker bei der Eröffnungsfeier habe keinen Schaden für die Wirtschaftsbeziehungen. „Ich glaube nicht, dass dies einen negativen Effekt haben wird“, sagte Hausmann.

Im ersten Halbjahr haben die deutschen Unternehmen ihr Engagement in China weiter ausgebaut. Der Wert der Investitionen deutscher Unternehmen in China sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 37 Prozent auf rund 550 Mill. Dollar (337 Mill. Euro) gestiegen. Damit dürfte 2008 der Gesamt-Vorjahreswert von 740 Mill. Dollar überschritten werden. Allerdings lagen die Investitionen deutscher Unternehmen in China in den Jahren 2005 und 2006 noch bei 1,5 bzw. bei fast zwei Mrd. Dollar.

Die Stimmung unter den Mitgliedsunternehmen sei aber mit Blick auf den Standort China weiter sehr gut, betonte Hausmann. Laut einer Kammerstudie wollen mehr als 90 Prozent der deutschen Firmen ihre Aktivitäten in China ausweiten. „Kaum ein anderer Wachstumsmarkt weltweit bietet solch gute Chancen für deutsche Unternehmen.“

Allerdings fand die Umfrage im vergangenen Jahr statt. Inzwischen hat sich die Stimmung zum Teil durchaus verändert. Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) schätzt, dass etwa jede fünfte der rund 1 600 in China mit Produktionsstandorten vertretenen deutschen Firmen dem Land den Rücken kehren will. Grund sind die steigenden Lohn- und Rohstoffkosten. Die steigenden Energie- und Rohstoffkosten seien „ein großes Thema“, räumte auch Kammerchef Hausmann ein. Das gelte aber weltweit und sei nicht auf China beschränkt.

Zu den Restriktionen, die vor Olympia für massiven Unmut bei deutschen Firmen über die schlechte Transparenz der chinesischen Bürokratie gesorgt hatten, äußerte sich die Kammer zurückhaltend. „Die Lage entspannt sich wieder“, sagte Jutta Ludwig vom Vorstand der Pekinger Kammer. „Ich habe von keinem Unternehmen gehört, dass sie zu Olympia keine Visa bekommen haben.“

Allerdings hat die Kammer ihr Begleitprogramm für Manager, die als Olympia-Besucher nach Peking gekommen sind, zurückgefahren. „Ich habe den Eindruck, dass viele einfach nicht kommen“, so Ludwig. Der deutsche Reiseveranstalter DER Tour hat nach eigenen Angaben nur 2500 Olympia-Besucher nach China bringen können.

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