Engagierte Bürgerrechtlerin
Jazz-Sängerin Nina Simone gestorben

Die Jazz- und Soul- Sängerin Nina Simone, eine der musikalischen Ikonen der Bürgerrechtsbewegung in den USA, ist am Montag in ihrer Wahlheimat Südfrankreich im Alter von 70 Jahren gestorben.

Reuters LOS ANGELES/PARIS. Ihr Manager teilte in Los Angeles mit, die in North Carolina geborene Simone sei bereits seit längerem krank gewesen.

Zu den bekanntesten Stücken der schwarzen Sängerin gehörten, drei Jahrzehnte nach ihren ersten Plattenaufnahmen, das Stück "My Baby Just Cares For Me" und die Gershwin-Interpretation "I Loves You Porgy" von 1959 aus dem Musical "Porgy and Bess".

Die von Simone in 1987 neu aufgelegte und mit ihrer typisch rauchigen Jazz-Stimme vorgetragene Version von "My Baby Just Cares For Me" erreichte seinerzeit nicht nur Spitzenplätze in den europäischen Charts, sondern diente später auch zur Untermalung eines Werbespots für das Parfüm Chanel No.5.

In den 60er Jahren entstanden zahlreiche Songs, mit denen Simone die Anti-Rassismus-Bewegung in den USA unterstützte. Bekanntester Song damals war "Mississippi Goddam", inspiriert vom Tod von vier schwarzen Kindern, die 1963 bei dem Anschlag weißer Ku-Klux-Klan-Rassisten auf eine Kirche in Birmingham im US-Bundesstaat Alabama ums Leben gekommen waren.

Simone war für temperamentvolle Eigenwilligkeiten bekannt, mehr als einmal sagte sie Konzert-Auftritte überraschend ab. Mitte der 70er Jahre verließ die farbige "Hohepriesterin der Soul-Musik" die USA, weil man sie dort ihrer Meinung nach weniger schätzte als in Europa und anderswo.

Danach machte sie auf Barbados, in der Schweiz, in Frankreich, in Liberia, in Trinidad und Tobago sowie in Großbritannien Station, bevor sie 1993 endgültig nach Südfrankreich übersiedelte. Nach Angaben der französischen Polizei starb die Sängerin am Montagmorgen in ihrem Haus im Küstenort Carry-le-Rouet in der Nähe von Marseille.

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