Engelen-Kefer: Unternehmen hintertreiben Betriebsratswahlen mit Mobbing und Einschüchterung
DGB gegen weitere Kompromisse bei Mitbestimmung

Die Gewerkschaften werden nach den Worten der stellvertretenden DGB-Vorsitzenden Ursula Engelen-Kefer bei der Reform der Betriebsverfassung keine weiteren Kompromisse mittragen. Zu dem von der Regierung vorgelegten und vor allem vom Arbeitnehmerlager und der FDP heftig bekämpften Entwurf zur Reform der 30 Jahre alten Mitbestimmung sagte sie am Mittwoch in Berlin, dahinter "werden wir nicht zurückgehen, weitere Abstriche nicht hinnehmen".

ap BERLIN. Sie verteidigte vor allem die vorgesehenen Neuerungen für die Betriebsratswahlen wie das vereinfachte Wahlverfahren, das nach Meinung der Gewerkschaften nicht nur für Betriebe mit bis zu 50 Mitarbeitern, sondern bis zu 100 Mitarbeitern gelten sollte. Notwendig sei eine weitere Ausdehnung des Kündigungsschutzes. Vorgesehen ist, dass Betriebsratsanwärter bis zur Bekanntgabe des Wahlergebnisses Kündigungsschutz haben. Die Gewerkschaften wollten aber alles tun, um bei den Abgeordneten des Bundestages eine weitere Verbesserung durchzusetzen, sagte Engelen-Kefer.

Viele Unternehmer arbeiteten seit jeher mit allen Tricks, um die Wahl von Betriebsräten zu verhindern. Mobbing, Einschüchterung und juristische Schritte seien üblich, und auch vor direktem Rechtsbruch schreckten viele nicht zurück. Engelen-Kefer stellte eine Broschüre vor mit dem Titel: "Das wäre ja noch schöner - wenn der Herr im Hause keinen Betriebsrat zulässt", in der von 15 solchen Fällen berichtet wird.

In vielen Betrieben würden Umstrukturierungen vorgenommen, um Arbeitnehmerrechte zu beschneiden und Betriebsräte zu verhindern. Engelen-Kefer meinte, seit Mitte der 80er Jahre sei die Zahl der Unternehmen mit Arbeitnehmervertretern rückläufig - nur noch 35 % aller Arbeitnehmer würden durch einen Betriebsrat vertreten - während die Zahl der Betriebe aber steige. Auch durch die Reform der Mitbestimmung sei nicht zu erwarten, dass massenhaft handstreichartig Betriebsräte in mittelständischen Betrieben installiert werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%