Enger Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und Arbeitsmarkt-Situation
DIW: Nur ein langer Aufschwung hilft dem Arbeitsmarkt

Reuters BERLIN. Nur ein langanhaltender stabiler Wirtschaftsaufschwung bringt nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) nachhaltige Forschritte am europäischen und deutschen Arbeitsmarkt. Dem ständen auch nicht die häufig kritisierten institutionellen Starrheiten an den europäischen Arbeitsmärkten entgegen, hieß es in einer DIW-Studie vom Mittwoch. Es seien vor allem sichere Absatzerwartungen der Wirtschaft, die sich auf den Arbeitsmarkt positiv auswirkten. Ein wichtiger Ausdruck der lange währenden Arbeitsmarktschwäche in Deutschland sei, dass das Volumen der geleisteten Arbeitsstunden erst im Jahr 2000 wieder das Niveau von 1993 erreicht habe.

Ausgehend vom Tiefpunkt der letzten Rezession 1993 ist die deutsche Wirtschaft laut DIW innerhalb der Europäischen Währungsunion (EWU) am schwächsten gewachsen, was den Arbeitsmarkt belastet habe. Während Deutschland, ausgehend von einem Bruttoinlandsprodukt-Index von 100 (Basisjahr 1993) auf 113,6 in 2000 zugelegt habe, sei im EWU-Durchschnitt ein BIP-Indexstand von 118,5 erreicht worden. Gemessen an einer standardisierten Arbeitslosenquote liege Deutschland inzwischen mit 7,8 % im Jahre 2000 unterhalb des EWU-Durchschnitts von 8,8 %. Die Erwerbstätigenzahl habe sich allerdings mit einem Index-Stand von 103,1 bei einem EWU-Durchschnitt von 107,8 unterdurchschnittlich entwickelt. Beim Arbeitsvolumen liege Deutschland derzeit nur knapp über dem Stand von vor sieben Jahren, während der EWU-Index bei 105,5 Punkten stehe. Beim Anteil der Teilzeitbeschäftigten an der Beschäftigtenzahl zähle Deutschland, wenn auch mit großem Abstand zu den Niederlanden, inzwischen mit 17,1 % zum EWU-Vorderfeld.

Nach wie vor bestehe ein enger Zusammenhang zwischen dem Wirtschaftswachstum und der Lage am Arbeitsmarkt, stellte das DIW fest. In Deutschland sei, ähnlich wie in Italien, das Wachstum von 1993 bis 1997 innerhalb der EWU zu schwach und in der Struktur auch noch zu ungünstig gewesen, um am Arbeitsmarkt positive Beschäftigungseffekte erreichen zu können.

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