Engere Zusamenarbeit mit Sparkassen
BayernLB legt die großen Pläne ad acta

Ein großer Löwe ziert den Eingang zur Zentrale der Bayerischen Landesbank im Herzen Münchens. Das bayerische Nationalsymbol steht für Kraft und Stärke - Eigenschaften, um die auch die zweitgrößte Landesbank kämpft. Konzernchef Werner Schmidt will die Bank fit für eine Zukunft ohne staatliche Garantien machen. Denn ab Juli 2005 werden Gewährträgerhaftung und Anstaltslast endgültig entfallen.

MÜNCHEN. Die Bayern LB muss sich dann, wie die anderen Landesbanken auch, im rauen Wettbewerb behaupten. "Es gibt nicht mehr die heile Triple-A-Welt" sagt Schmidt und spielt damit auf die Vergangenheit an, als die Bayern mit dem hervorragenden Rating "AAA" ausgezogen sind, die Welt zu erobern. "Wachstum um jeden Preis" hieß damals die Devise - auch mit der ausdrücklichen Unterstützung der bayerischen Landesregierung.

Davon will Schmidt jetzt nichts mehr wissen. "Wachstum ist nicht interessant", sagt der Banker, der seit Mitte 2001 auf dem Münchener Chefsessel sitzt. Künftig will sich die Bayern LB auf ihren Heimatmarkt und die angrenzenden Regionen konzentrieren und mit den heimischen Sparkassen eng zusammen arbeiten. So sieht es das Umbaukonzept vor, das der Verwaltungsrat in der vergangenen Woche verabschiedet hat. Eine ganze Reihe von internationalen Repräsentanzen und Niederlassungen werden geschlossen - von Mexiko über Moskau und Johannesburg bis Peking. Auch in Deutschland wird das Netz stark ausgedünnt. Das Österreich- und Osteuropa-Geschäft soll künftig mit einem Partner betrieben werden, die Gespräche laufen. Die Münchener sind mit gut 46 % an der Wiener Bawag beteiligt und halten die Mehrheit an der ungarischen MKB.

"Das ist ein sehr ambitioniertes Programm", sagt Peter Kahn, seit 17 Jahren im Vorstand, zu dem grundlegenden Umbau. Gleichzeitig werden rund 1 000 Stellen gestrichen, konzernweit mehr als jeder fünfte Arbeitsplatz. Die Kosten sollen bis Ende 2006 um 30 % auf 600 Mill. Euro gesenkt werden. Die Mitarbeiter haben das bereits schmerzhaft zu spüren bekommen: Weihnachts- und Urlaubsgeld, das 14. Gehalt sowie Boni wurden ersatzlos gestrichen. Ersparnis: rund 50 Mill. Euro. Etwa ein Drittel der Risikoaktiva sollen bis 2006 abgebaut werden. Die großen Kunden sollen nicht nur Kredite erhalten, sondern dann auch alle anderen Bankgeschäfte bei den Münchener abwickeln. Ziel: Bis 2006 soll die Vorsteuer-Rendite wieder bei mindestens 15 % liegen. 2002 waren es magere 4,9 % - und das mit Hilfe von Beteiligungsverkäufen.

Schmidt weiß, das dafür eine gute Beurteilung der großen Ratingagenturen notwendig ist. Der Banker strebt nach dem Wegfall der staatlichen Garantien mindestens ein Rating von "A+" an. Der Freistaat Bayern und die bayerischen Sparkassen müssen dafür als Gesellschafter (je 50 %) an Bord bleiben. Ein späterer Verkauf von Anteilen an der Bayern LB, wie früher geplant, wurde deshalb aufgegeben.

Schmidt weiß jedoch selbst, dass der Erfolgs seiner Strategie von der Entwicklung der Risikovorsorge abhängt. Mittelfristig will er diesen Wert auf 400 Mill. Euro bringen. 2002 standen noch über 2,5 Mrd. Euro in den Büchern - nicht zuletzt wegen des Engagements bei der Kirch-Gruppe, die im April 2002 in die Insolvenz ging. Dazu kommt, dass die Bank Kredite an viele Mittelständlern vergeben hat, die jetzt mit der schlechten Konjunktur zu kämpfen haben. Schmidt hat an vielen Fronten zu kämpfen, aber sein Vertrag läuft auch noch bis 2006.

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