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Englisch für alle?

Erfolg im Internet hängt auch vom national ausgerichteten Service ab...

"Think global and act local" ist ein wohlklingendes Motto der Geschäftswelt. Die Betonung liegt dabei auf dem Wort "Motto", denn mit dem "act local" tun sich so manche Unternehmen der Old und New Economy eher schwer, zumindest was ihre Präsenz im Internet anbelangt.

Besucht man zum Beispiel das Angebot des Sportherstellers Nike, ist der erste Eindruck durchaus positiv. Schließlich wird dem geneigten und darüber hinaus Design-verwöhnten Käufer auf übersichtliche und gestalterisch ansprechende Weise ein immenses Produktsortiment präsentiert. Der Sportfreak hat sogar die Möglichkeit, seinen individuellen Sportschuh zu gestalten - "build your own shoe" eben. So weit so gut. Dennoch stimmt es nachdenklich, dass der Sportausstatter mittlerweile völlig darauf verzichtet hat, sein Angebot in deutscher - oder einer anderen - Sprache zu präsentieren. Gibt der Nutzer nämlich die Internetadresse www.nike.de ein, wird er umgehend auf den internationalen Auftritt (www.nike.com) umgeleitet.

Der Konkurrent Puma (www.puma.com) macht auf seiner Website zunächst mit der Option "Where are you" Hoffnung. Schließlich kann der Nutzer dort immerhin ein Land auswählen, was auf einen nationalen Webauftritt hoffen lässt. Tut er dies, tut sich allerdings nichts. Und trifft der Nutzer die Auswahl "where to buy", wird ihm lediglich die Liste aller Puma-Händler in den USA nicht aber in der übrigen Welt angeboten...

Sicher, das World Wide Web ist vornehmlich englischsprachig, die meistens Menschen sind dies aber - immer noch - nicht. Auch wenn sich Englisch immer mehr durchsetzt - ob als Fremdsprache, in der Werbung oder sowieso im Internet - wünschen sich die meisten Internetnutzer ein Angebot in ihrer Muttersprache. Yahoo zum Beispiel hat dies mit seinen Länderdomains erfolgreich vorgelebt. Das Portal unterhält inzwischen acht europäische und neun Websites im asiatisch-pazifischen Raum und darüber hinaus weitere fünf in Nord- und Südamerika.

Grundsätzlich spricht nichts gegen den Gebrauch der englischen Sprache als universelles und leicht verständliches Medium. Gerade für international agierende Unternehmen aus der IT- und Telekommunikationsbranche und den vielzitierten "Dot.coms" bietet sich ein englischer Name an. Die ein oder andere Werbebotschaft hört sich in Englisch auch ganz knackig an: "Crunchy Nut" von Kelloggs mag als Artikelbezeichnung klangvoller sein als "Knusprige Nuss". Das eingedeutschte Wort "Hype" kommt vielleicht auch geschmeidiger über die Lippen als ein künstlich stimulierter "Rummel". Für viele mag sich "Connecting people" einfach prägnanter und "verbindlicher" anhören als das Pendant in der jeweiligen Sprache.

Dennoch: Wenn aus dem E-Business tatsächlich das Mordsding bzw. der "Blockbuster" werden soll, wie sich das alle erhoffen, muss es das Prinzip eines jeden Anbieters sein, einen national relevanten Service aufzubauen. Wo käme man hin, wenn sich die Anbieter respektive "Player" des E-Business? tatsächlich nicht die Zeit nehmen, die Mühe machen und die finanziellen Mittel aufbringen, um sich länderspezifisch zu präsentieren? Einen guten Eindruck macht das zumindest nicht - auch nicht auf einen versiert Englisch Sprechenden. Zumal die Abwicklung eines Internetgeschäfts auf einer englischsprachigen Website für einen weniger sprachgewandten Interessenten frustrierend und zeitraubend sein kann. Und Zeit ist bekanntlich Geld, in diesem Falle das des potenziellen Kunden. In diesem Sinne: CU ;-)!

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