„Enhanced Indexing“ findet auch Kritiker
Gelockerte Indexstrategie soll etwas mehr Rendite bringen

Mit dem Einsatz von "Enhanced Index Funds" versuchen Gesellschaften wie die zweitgrößte US-Investmentgesellschaft Vanguard oder Pimco herkömmliche Indexfonds in der Rendite zu schlagen.

dek NEW YORK. Obschon die Fondsart, bei der sich die Manager nicht sklavisch an der Indexzusammensetzung halten müssen, bei amerikanischen Anlegern beliebt ist, sind manche Experten wie der unabhängige Finanzberater Malcolm Gissen von den neuen Anlagevehikeln nicht begeistert.

Die so genannten Enhanced ("verbesserte") Index Funds sind die Antwort auf die Situation im Markt für Investmentzertifikate die sich rein an Indizes ausrichten; denn hier wir die Luft immer dünner. Sinkende Margen und ein flauer Aktienmarkt machen den Anbietern zu schaffen. Deshalb sollen Produkte zusätzliche Anlagegelder anziehen - etwa über Enhanced Index Funds. Sie spiegeln zwar in ihrer Zusammensetzung auch eine Indexstruktur wider, jedoch sollen mit einem begrenzten aktiven Management zusätzliche Renditen erzielen werden. Hauptgrund für den Kauf eines solchen Produktes ist laut Louis Stanasolovich, einem unabhängigen Finanzberater, die erwartete, etwas bessere Performance.

Seit Ende der neunziger Jahre haben sich Indexfonds in den Portfolios amerikanischer Anleger etabliert. Grund war unter anderem die Erfahrung, dass viele Fondsmanager auf Dauer ihre Vergleichsindizes nicht schlagen können. Wichtig sind zudem die Kosten. Während aktiv verwaltete Fonds in der Regel bis zu 1,5 % des verwalteten Kapitals an jährlichen Gebühren verlangen, sind Indexfonds für knapp ein Drittel, also 0,5 %, zu haben. Das Manko der Indexfonds ist, dass sie kaum mehr als die Performance des Index erreichen. Für den Anleger kommt in der Regel weniger heraus, wenn man die Gebühren mit 0,5 bis 0,8 % p.a. berücksichtigt.

Dem versuchen die Enhanced-Produkte abzuhelfen, indem sie einen Teil des Kapitals aktiv verwalten. Die Manager haben in einzelnen Fällen auch Erfolg. Rund 50 der von der Researchfirma Morningstar beobachteten Fonds werfen mehr Rendite ab als die US-Aktienindizes, die den Fonds zu Grunde liegen. Enhanced Index Funds erzielten im Durchschnitt einen Verlust von 18,6 % im ersten Halbjahr, während der S & P 500 Index rund 20 % einbüßte. Die Enhanced-Strategie kann aber auch schief gehen. "Im schlimmsten Fall kann ein solches Produkt die doppelte Verwaltungsgebühr erheben und dem Index hinter hinken", meint Scott Cooley, Analyst bei Morningstar.

Der Vanguard Strategic Equity Fund beispielsweise setzt auf mathematische Modelle, um Kaufgelegenheiten herauszufiltern. "Es handelt sich um aktives Management und damit bringen wir sämtliche Risiken mit, die damit verbunden sind", meint Fondsmanager Gus Sauter.

Auch Morgan Stanley ist im Enhanced-Geschäft: Im Morgan Stanley Value Market Equity Fund-Added werden die einzelnen Aktientitel nicht nach Marktkapitalisierung gewichtet. Jeder Titel im Portfolio ist mit demselben Prozentsatz vertreten; das ist gleichbedeutend mit einer Übergewichtung von niedrig kapitalisierten Gesellschaften.

Sehr beliebt bei Privatinvestoren ist der Gateway Fund, der sich mit Optionen einen zusätzlichen Teil des Aktienkuchens zu sichern versucht. Mit dem Verkauf von Calls und dem gleichzeitigen Kauf von Puts limitiert der Fonds zum einen das Risiko nach unten (Put) und erwirtschaftet zum anderen zusätzliche Prämieneinkommen (Call).

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