Enke hat ein Karrieretief
Kampf um die Karriere

Robert Enke wollte zur EM 2004 - und spielt nur noch beim Zweitligisten Teneriffa.

TENERIFFA. In Barcelona saß er ein Jahr auf der Tribüne, bei Fenerbahce Istanbul kündigte er nach einem Spiel. Und auf seinen Einsatz beim spanischen Zweitligisten CD Teneriffa musste er fast drei Monate warten, bis zum vergangenen Wochenende. Der frühere deutsche U21-Torwart Robert Enke ist zwar nicht mehr arbeitslos - aber immer noch im Karriere-Tief.

Dabei hat seine Laufbahn verheißungsvoll begonnen. Beim Bundesligisten Borussia Mönchengladbach ist Enke schnell Stammtorhüter, so dass Trainer Jupp Heynckes den 21-Jährigen zu Benfica Lissabon holt. "Über den Wechsel nach Portugal habe ich mir gar nicht so viele Gedanken gemacht. Ich habe mir einfach gedacht: warum nicht?" Die Unbekümmertheit beschert dem Jungprofi Erfolge: Drei Jahre lang ist er Stammtorwart, Publikumsliebling und am Ende sogar Mannschaftskapitän. "Bei Benfica hätte ich einen Vertrag bis 2010 unterschreiben können - für sehr viel Geld", sagt Enke.

Aber er will zur EM 2004. Benfica gehört nicht zu den ganz großen Teams. Manchester United will Enke verpflichten, er entscheidet sich für Barcelona. Hier beginnt der Abstieg. Der Torhüter patzt vor Saisonbeginn in einem Pokalspiel gegen den Drittligisten Noveldas, Barca verliert - und Enke sitzt danach fast nur auf der Bank oder der Tribüne. Er lässt sich zu Fenerbahce Istanbul ausleihen, wo Christoph Daum Trainer ist. Aber der Torwart fühlt sich unwohl, nach einem verkorksten Auftaktmatch löst er seinen Vertrag auf. Er bekommt kein Gehalt mehr, Barcelona schließt ihn vom Mannschaftstraining aus. Bis zur Winterpause darf er den Verein nicht wechseln. Enke ist arbeitslos, "die zwei Jahre haben mich aber auch weiter gebracht. Man muss lernen, mit so einer Krise umzugehen."

In Teneriffa ist ihm ein Stammplatz garantiert worden. Doch plötzlich hält sein Konkurrent Alvaro Iglesias hervorragend. Erst als er sich verletzt, bekommt Enke seine Chance: Teneriffa besiegt Elche, die Zuschauer feiern Enke. "Der Applaus hat gut getan", erzählt er - auch wenn nur 8000 Fans zusahen. Enkes Ansprüche sind gesunken.

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