Ennepetal: Zeitgleich Mahnwachen und Schweigemarsch gegen Rechts
Neonazi-Aufmärsche in NRW und Thüringen

Neonazis haben am Samstag in Jena und der Kleinstadt Ennepetal am Rande des Bergischen Landes demonstriert.

dpa JENA/ENNEPETAL. Durch die Universitätsstadt Jena zogen etwa 150 Rechtsextremisten. Die Demonstration wurde von lautstarkem Protest Jenaer Bürger begleitet. Anhänger der linken Szene warfen nach Angaben der Polizei Flaschen und Steine auf die Neonazis. Ein Großaufgebot von Polizisten aus mehreren Bundesländern hielt die NPD-Anhänger und etwa 250 Gegendemonstranten auseinander. Verletzt wurde niemand. Vier Menschen wurden vorläufig fest genommen. Einer von ihnen war nach Angaben der Behörden ein Rechtsextremist, der an einer Kontrollstelle mit einem Messer erwischt wurde.

Auf dem Marktplatz hatten mehr als 30 Vereine, Initiativen, Parteien, Kirchen und Gewerkschaften unter dem Motto "Jena steht auf gegen Fremdenhass" zu einem Volksfest aufgerufen, um der "braunen Einfalt eine bunte Vielfalt" entgegenzusetzen.

Die Stadt hatte die NPD-Demonstration in der vergangenen Woche mit der Begründung verboten, ihr Motto "Solidarität mit Irak und Palästina" richte sich gegen den Staat Israel, insbesondere seine jüdischen Bürger. Das Verwaltungsgericht Gera hatte das Verbot jedoch am Gründonnerstag rückgängig gemacht und den NPD-Aufmarsch gegen Auflagen erlaubt. Das Oberverwaltungsgericht hatte einen Einspruch der NPD dagegen am Karfreitag abgewiesen. So durfte die Route nicht wie ursprünglich geplant über den Marktplatz führen.

In Ennepetal gingen rund 60 Neonazis unter dem Motto "Gegen die Kriminalisierung nationaler Patrioten" auf die Straße. Der Aufmarsch war zunächst von Polizei und Verwaltungsgerichten verboten worden, das Bundesverfassungsgericht hatte die Verbote jedoch kurzfristig aufgehoben.

Aus Protest gegen den Aufmarsch der Rechten hatte zeitgleich ein breites Bürgerbündnis zu Mahnwachen und einem Schweigemarsch aufgerufen. Zahlreiche Bürger hatten an ihren Häusern am Rande des Zugweges der Neonazis schwarze Fahnen angebracht und als Zeichen der Nichtbeachtung ihre Rollläden geschlossen. Die Polizei hat nach eigenen Angaben vorsorglich mehrere Einsatzhundertschaften in Ennepetal zusammengezogen, um Zwischenfälle zu verhindern.

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