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Enron: Übernahme geplatzt, Prozesse drohen, Wall Street verliert

"The deal is dead" hieß es auf dem New Yorker Parkett. Der Energiekonzern Dynegy hat sich von dem gebeutelten Unternehmen Enron abgewandt. Damit ist der einstige Branchenriese wohl am Ende.

Kein Titel wurde am Mittwoch so panisch verkauft wie Enron, jedes achte gehandelte Papier war eine Aktie des Pleitekandidaten. Diese verlor 84 Prozent bevor sie bei einem Stand von 63 Cents vom Handel ausgesetzt wurde. Vor einem Jahr hatte die Enron-Aktie 85 Dollar gekostet. Damit hat sie in zwölf Monaten 99,7 Prozent an Wert verloren.

Das Brokerhaus Standard&Poor?s hat Enron mittlerweile zur "Junk"-Bond abgestuft. Analysten erwarten, dass das Unternehmen Konkurs anmelden wird. Ärger droht Enron nun von zwei Seiten: Aktionäre wollen den Konzern verklagen, und auch die Mitarbeiter wollen ihr Geld zurück. Das Unternehmen hatte Angestellte ermutigt, ihre Rente in eigene Papiere zu investieren. Tausende haben ihre Ersparnisse verloren. Anwälte haben bereits eine Flut von Prozessen angekündigt. Das US-Finanzministerium hat sich eingeschaltet.

Das drohende Aus für Enron belastete am Mittwoch auch andere Aktien. Der vermeintliche Rettungsanker Dynegy gibt 12,5 Prozent ab. Auf den Dow Jones Index drückten derweil die Aktien von JP Morgan Chase und Citigroup, die jeweils mehr als fünf Prozent abgeben. Beide Banken gehören zu den Gläubigern von Enron und Händler rechnen damit, dass die Häuser ihre Milliardenkredite in den Wind schreiben müssen.

Analysten rechnen ferner damit, dass auch einige Wettbewerber zunächst in Schwierigkeiten geraten. Papiere von El Paso gaben 6,6 Prozent ab, Williams Companies verlor 5,2 Prozent.

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