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Enron verschafft sich Luft - Wall Street atmet auf

Die US-Börsen präsentierten sich am Dienstag im Tagesgeschäft zumeist in gut behaupteter Verfassung. Gegen Sitzungsende gelang dem Markt dann der deutliche Vorstoß in die Gewinnzone. Regen Kaufinteresses erfreuten sich dabei die zuletzt stärker unter Druck geratenen Technologietitel.

skl/kjo NEW YORK. Nach einem eher verhaltenen Tagesverlauf begründeten Händler die deutlichen Kursanstiege zum Schluss der Dienstagssitzung mit der Hoffnung auf eine baldige Erholung der US-Wirtschaft. Klare Worte fand Fondsmanager Robert Phillips von Walnut Asset Management in Philadelphia: "Die Rezession wird nach dem ersten Quartal 2002 beendet sein, die Unternehmensgewinne ziehen ab dem dritten Quartal wieder deutlich an." Im Tagesgeschäft prägten zunächst Sorgen über die angespannte Sicherheitslage im Nahen Osten und über den drohenden Zusammenbruch des Energieriesen Enron sowie die Finanzkrise in Argentinien das Börsengeschehen.

Der Dow-Jones-Industrial-Index beendete den Handelstag mit einem Aufschlag von 1,3 %. Der Standard & Poor?s-500-Index kletterte 1,2 % in die Gewinnzone. Der technologiegewichtige Nasdaq-Composite notierte mit einem Gewinn von 3,1% deutlich über dem Schlusskurs des Vortages.

Zu den klaren Gewinnern gehörten Enron. Der vom Bankrott bedrohte Energiehändler verschaffte sich durch Kreditzusagen der beiden Großbanken Citigroup und J.P. Morgan in Höhe von 1,5 Mrd. US- Dollar in letzter Sekunde etwas Luft im Überlebenskampf. Das Management kündigte an, mit Hilfe des Geldes einen Rumpfbetrieb weiter führen zu wollen. Auf niedrigem Niveau legte der Enron-Kurs rund 23,1% auf 0,48 $ zu.

Die Aktie von General Electric, die im Sog der Enron-Krise rund 8 % an Wert verloren hatte, wies ein Plus von 1,2 % aus. Ein Analyst von Lehman Brothers hatte zuvor gesagt, dass General Electric von der Enron-Pleite nicht in großem Umfang betroffen sei. Zuvor hatten Analysten und Investoren befürchet, dass die Energie-Anlagen-Sparte von General Electric durch das Wegbrechen von Aufträgen nachhaltig den Gewinn drücken werde. Lehman Brothers hält dies für unwahrscheinlich.

Für gute Stimmung sorgten einige positive Unternehmensnachrichten. So erwartet der Mobilfunk-Anbieter Sprint für das kommende Jahr einen Umsatzanstieg von mehr als 30 % auf 13 Mrd. US-Dollar. Das Betriebsergebnis soll 2002 nach einem erwarteten Verlust von 600 Mill. $ in diesem Jahr wieder positiv ausfallen. Nach anfänglichen Aufschlägen litt das Papier später jedoch unter Gewinnmitnahmen und verlor 2,7 %.

Eine längerfristige Konsolidierung der Chipindustrie erhoffen sich die Anleger von Gesprächen zwischen dem koreanischen Chiphersteller Hynix und dem US-Konzern Micron. Ein Zusammengehen des international zweit- und des drittgrößten Chipherstellers könnte der erste Schritt zum Abbau der riesigen Überkapazitäten in der Branche sein. Micron legten 6,8 % zu. Intel konnten sich um 2,6 % verbessern.

Coca Enterprises-Cola stiegen um 5%. Das Unternehmen teilte mit, dass sich die Erträge des laufenden Geschäftsjahres am oberen Ende der bereits zurück genommenen Expertenprognosen einpendeln dürften.

Gewinne verbuchten auch Cisco Systems. Auf einer Analystenkonferenz erklärte das Management, dass die Auftragseingänge im November die Erwartungen erfüllten. Die Aktie kletterte um 3,4%.

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