Enron wäre für RWE interessant gewesen
Enron warnt vor neuen Schwierigkeiten

Der krisengeschüttelte US-Energiehändler Enron hat vor neuen Problemen gewarnt, die sein Ergebnis im vierten Quartal beeinträchtigen werden.

kk/coh NEW YORK/WASHINGTON. Das Unternehmen sagte, dass es wahrscheinlich im vierten Quartal 700 Mill.$ abschreiben muss, da das Handelsvolumen nachgelassen und seine Anlagen an Wert verloren haben. Außerdem ist schon bald ein weiterer Kredit über 690 Mill.$ fällig. "Wir haben neun Tage um die Schulden zu bezahlen", sagte ein Sprecher des Unternehmens. Sonst könnten die Gläubiger Vermögen pfänden.

Der größte US-Erdgas- und Elektrizitätshändler Enron ist in jüngster Zeit in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Nach einer Untersuchung der US-Aufsichtsbehörde SEC wegen falscher Bilanzierung haben verschiedene Rating-Agenturen das Schulden-Rating drastisch herabgestuft und im November musste Enron sämtliche Gewinnangaben der Jahre 1997 bis 2000 um bis zu mehr als 25% nach unten revidieren. Vor knapp zwei Wochen hatte das Unternehmen einer Übernahme durch den deutlich kleineren Konkurrenten Dynegy zugestimmt.

Aus RWE-nahen Kreisen war zu hören, dass Enron ein "idealer Partner" für das Essener Unternehmen wäre. Sie passten von der Positionierung sehr gut. RWE wolle jedoch erstmal seinen eigenen Handel, das RWE-Trading in Houston bis Anfang des Jahres aufbauen. Zudem glaubten die Essener nicht, dass die Übernahme durch Dynergy noch platze, so die RWE-nahen Quellen. Der Vorstandsvorsitzende des RWE-Konzerns, Dietmar Kuhnt, hatte Ende vergangenen Monats angekündigt, man werde sein Stromgeschäft in den Vereinigten Staaten deutlich ausbauen.

Die Finanzskandale des Konzerns könnten auch ein rechtliches Nachspiel mit US-Pensionsfonds haben. "Wir untersuchen die Möglichkeit, gegen den Konzern zu klagen", sagte ein Sprecher des New York State Common Retirement Fund. Der 112 Mrd.$ schwere Fonds besitzt nach eigenen Angaben 2,1 Mill.$ Enron-Aktien. Auch die fünf städtischen New Yorker Pensionsfonds, die für Angestellte im öffentlichen Dienst 85 Mrd.$ verwalten, erwägen offenbar rechtliche Schritte gegen den Energiekonzern.

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