Enron weiter auf Erholungskurs
Günstige Daten hieven Dow über 10 000 Punkte

Die US-Aktien zeigten sich gestern von ihrer festen Seite. Insbesondere die Technologietitel an der Nasdaq waren stark gefragt. Hoffnungen auf steigende Gewinne und der unerwartet starke Anstieg des Einkaufsmanager-Index für das Dienstleistungsgewerbe ließen die Kurse kräftig anziehen.

hha/kjo NEW YORK. Die am Berichtstag vorgelegten positiven Wirtschaftsdaten nährten Händlern zufolge an der Wall Street die Hoffnung auf eine baldige Trendwende in der US-Konjunktur und motivierten die Aktienanleger zu verstärkten Anschaffungen. Hiervon profitierten in erster Linie die in der jüngsten Vergangenheit verstärkt unter Abgedruck geratenen Technologietitel. Der Nasdaq-Composite-Index schloss mit einem Plus von 4,3 % über der wichtigen 2 000-Punkte-Marke. Dies ist der höchste Stand seit Anfang August.

Das rege Kaufinteresse in Hightech-Werten begründeten Teilnehmer mit der Erwartung einer anziehenden Nachfrage im Software- und Halbleitersektor im kommenden Jahr. Blue Chips profitierten von dem unerwartet starken Anstieg des Einkaufsmanager-Index für das Dienstleistungsgewerbe. Das Barometer stieg von 40,6 im Oktober auf 51,3 Punkte im November. Ökonomen hatten lediglich eine Verbesserung um zwei Punkte erwartet.

Der Dow-Jones-Index beendete den Handel mit einem Aufschlag von 2,2% und schaffte damit erstmals seit Anfang September wieder den Sprung über die Barriere von 10 000 Punkten. Der S & P 500-Index befestigte sich um 2,1 %.

Starkes Zugpferd der Nasdaq war Oracle (+11,5 %). Vorstandschef Larry Ellison hatte sich positiv zu den Aussichten für das kommende Jahr geäußert. "Wenn Larry optimistisch ist, hilft das dem gesamten Tech-Sektor", kommentierte der Fondsmanager Abel Garcia.

Neben Oracle zählten auch Aktien des Softwareriesen Microsoft zu den Gewinnern (+3,1 %). Zu den meistgehandelten Aktien zählten die Titel des Netzwerkausrüsters Cisco Systems. Unternehmenschef John Chambers hatte gesagt, die Auftragseingänge hätten im vergangenen Monat die Erwartungen erfüllt. Cisco legten rund 5% zu.

Allerdings gab es auch negative Unternehmensnachrichten zu verarbeiten. So warnte der zweitgrößte US-Automobilkonzern Ford vor einem Anstieg seiner Verluste im vierten Quartal. Ursprünglich wollte der Konzern seinen Verlust aus dem dritten Quartal verringern. Das Papier fiel um 5,4 %. Zwei Fluglinien meldeten die Entwicklung der Nachfrage im Monat November: Bei United Airlines sank die Zahl der geflogenen Sitzplatzmeilen gegenüber dem Vorjahr um 24 %, bei US Airways fiel sie um 25 %. United Airlines kletterte um 0,4 %, während die Papiere von US Airways 2,1% abrutschten.

Der nahezu bankrotte Energieriese Enron setzte dagegen seine Erholung vom Vortag fort. Der Konzern hatte bereits am Dienstag Kreditzusagen über 1,5 Mrd. $ erhalten und die Erlaubnis eingeholt, Geld auszugeben, um den Betrieb aufrechtzuerhalten, und Beschäftigte zu entlassen. Die Aktie stieg um 16,1 %.

Im Gefolge steigender Rohölpreise konnten sich auch Öl-Aktien wie Exxon-Mobil (+1,5%) und Chevron-Texaco (+0,8 %) verbessern. Der Ölmarkt profitierte von der Zusage Russlands an die Opec, die Ölförderung zu drosseln.

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