Entführer setzten Opfer offenbar stark unter Druck
Pearl spricht auf Video Drohungen gegen USA aus

Die Entführer des in Pakistan getöteten US-Journalisten Daniel Pearl haben ihr Opfer auf einem Video zu Propagandaerklärungen gezwungen.

dpa WASHINGTON. Eine Korrespondentin des amerikanischen Nachrichtensenders CNN, die eine gekürzte Version des Bandes sehen durfte, schilderte am Dienstagabend (Ortszeit), dass Pearl offensichtlich unter starkem Druck stand und auswendig gelernte Sätze und Drohungen in die Kamera sprach. Auf dem Band ist auch die Ermordung Pearls zu sehen.

So erklärte Pearl, er sei ein jüdischer Amerikaner und seine Familie sei jüdisch. Er selbst sei mehrfach nach Israel gereist. Weiter erklärte Pearl, so wie er fühlten sich die Gefangenen auf dem US-Stützpunkt Guantanamo auf Kuba. Zugleich warnte er, dass Amerikaner nicht mehr sicher sein könnten, wenn sich die amerikanische Regierungspolitik nicht ändere. "Wir können nicht sicher sein und wir können nicht frei umherlaufen, solange unsere Regierungspolitik unverändert bleibt und wir es zulassen, dass sie unveränder bleibt."

Das Band ist nach Angaben der Journalistin Connie Chung fast professionell geschnitten und bearbeitet. So werden Bilder mit Toten und Kriegsschauplätzen in Afghanistan und Kaschmir eingeblendet, und es erscheint am Ende ein Text mit den Forderungen der Entführer, der auf dem Bildschirm von unten nach oben läuft. Die Terroristen fordern demnach Freiheit für die pakistanischen Gefangene in Guantanamo, eine Nichteinischung der USA in Pakistan und die Auslieferung bereits bestellter amerikanischer Kampfflugzeuge an Pakistan.

Der 38-Jährige Pearl hatte an einem Artikel über Terrorismus gearbeitet, als er am 23. Januar in Karachi verschwand. Der im Februar in Pakistan festgenommene Moslem-Extremist Sheikh Omar, der auch Verbindung zur Terror-Organisation El Kaida von Osama bin Laden haben soll, gestand, an der Entführung beteiligt gewesen zu sein.

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