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Entführte Journalisten als Agenten verdächtigt

Die im Irak verschleppten französischen Journalisten können nach Einschätzung des französischen Außenministers Michel Barnier trotz aller Schwierigkeiten auf ihre Freilassung hoffen. Offenbar waren sie von radikalen Muslimen vorübergehend für Geheimagenten gehalten worden.

dpa PARIS. Die im Irak verschleppten französischen Journalisten können nach Einschätzung des französischen Außenministers Michel Barnier trotz aller Schwierigkeiten auf ihre Freilassung hoffen. Offenbar waren sie von radikalen Muslimen vorübergehend für Geheimagenten gehalten worden.

Er habe "ernsthafte Gründe für die Annahme", dass die Reporter Christian Chesnot und Georges Malbrunot "bei guter Gesundheit sind und ein günstiger Ausgang möglich ist", sagte Barnier am Sonntag in Paris. Er sei bereit, notfalls sofort in den Nahen Osten zurückzukehren, sagte Barnier, nachdem er Präsident Jaques Chirac Bericht erstattet hatte.

Am Freitag hatten sich Hoffnungen auf eine Freilassung der bei Falludscha festgehaltenen Geiseln kurzfristig zerschlagen, weil es zu Kämpfen in der Region gekommen war. Barnier und eine Delegation der französischen Muslime kehrten am Samstag nach Paris zurück. Der Präsident der Nationalen Vereinigung der Muslime Frankreichs, Mohamed Bechari, nannte anschließend seine Bagdadreise "nötig" für eine Freilassung der Geiseln. Seine Delegation habe im Irak erklären können, "dass Frankreich nicht im Krieg gegen den Islam und die muslimische Gemeinschaft steht", sagte Bechari.

Gewisse Leute hätten die Entführer überzeugt, dass Chesnot und Malbrunot Geheimagenten der im Irak militärisch engagierten Staaten seien, sagte Bechari der Zeitung "L'Est Républicain" (Sonntagausgabe). Radikale hätten die Geiseln deshalb töten wollen. "Wir haben dieses Gerücht widerlegt." Das sei gelungen, weil die beiden Reporter in Jordanien und den Palästinensergebieten sehr bekannt seien.

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