Archiv
Entführte Margaret Hassan fleht um ihr Leben

Die britische Geisel Margaret Hassan hat in einer Videobotschaft um ihr Leben gefleht und die britische Regierung zum Rückzug ihrer Truppen aus dem Irak aufgefordert.

dpa BAGDAD/KAIRO. Die britische Geisel Margaret Hassan hat in einer Videobotschaft um ihr Leben gefleht und die britische Regierung zum Rückzug ihrer Truppen aus dem Irak aufgefordert.

"Bitte helft mir, dies könnten meine letzten Stunden sein", sagte die 59-jährige Frau, die von Weinkrämpfen geschüttelt wurde. Der arabische Fernsehsender Al-Dschasira zeigte am Freitag Ausschnitte des von ihren Entführern aufgezeichneten Videos.

Hassan, die Leiterin der irakischen Projekte der Hilfsorganisation Care International, war am Dienstag in Bagdad auf dem Weg zur Arbeit verschleppt worden. Hassan hat auch die irakische Staatsbürgerschaft. Ihr irakischer Ehemann Tahsin Ali Hassan sagte: "Ich weiß nicht, wer sie entführt hat, aber sie (die Entführer) sollten wissen, dass meine Frau fast ihr ganzes Leben für die irakische Bevölkerung gearbeitet hat und sich selbst als Irakerin betrachtet."

Hassan sagte in dem Video, sie habe Angst, dass sie das gleiche Schicksal erwarten könnte wie die britische Geisel Kenneth Bigley. Der Ingenieur war von der Terrororganisation Al-Tawhid wa Al-Dschihad von Abu Mussab al-Sarkawi am 14. Oktober enthauptet worden. Ein Ende August im Irak entführter Mazedonier ist ebenfalls getötet worden. Das bestätigte die mazedonische Regierung in der Hauptstadt Skopje. Einzelheiten wurden nicht genannt.

In der nordirakischen Stadt Mossul kam es unterdessen zu schweren Zusammenstößen mit aufgebrachten Gläubigen, als US-Soldaten und irakische Nationalgardisten versuchten, eine Moschee nach Aufständischen zu durchsuchen. Wie der arabische Nachrichtensender Al- Dschasira berichtete, wurden dabei drei Iraker verletzt.

Die US-Militärjustiz fuhr mit der strafrechtlichen Aufarbeitung des Folterskandals von Abu Ghoreib fort. Ein Militärrichter setzte bei einer Anhörung den Prozessbeginn gegen den US-Unteroffizier Charles Graner für den 7. Januar an. Graner soll im US-geführten Gefängnis bei Bagdad Gefangene misshandelt und sexuell missbraucht haben.

Bei neuen US-Luftangriffen auf die westirakische Rebellenhochburg Falludscha starben in der Nacht zum Freitag mindestens fünf Iraker, darunter Frauen und Kinder, sagten Krankenhausärzte. In der selben Nacht soll ein US-Panzer ein irakisches Auto beschossen haben. Dabei starb eine Mutter mit ihren zwei Töchtern im Alter von fünf und zwölf Jahren. Im Südirak wurden drei dänische Soldaten bei zwei Bombenexplosionen verletzt. Das teilte das Oberkommando des Heeres in Kopenhagen mit.

In Bagdad nahm die US-Armee am Donnerstagabend Scheich Abdel Sattar Abdel Dschabar, ein führendes Mitglied des sunnitischen Rates der Religionsgelehrten, fest. Der Rat verurteilte seine Festnahme.

Ein Gefolgsmann des radikalen Schiiten-Predigers Muktadar al-Sadr forderte beim Freitagsgebet in Kufa bei Nadschaf die Vereinten Nationen dazu auf, für die Ende Januar geplanten Wahlen Beobachter zu entsenden. Großajatollah Ali al-Sistani, dem die gemäßigten Schiiten folgen, hatte bereits früher zur Teilnahme aufgefordert.

US-Außenminister Colin Powell erklärte indes, die USA würden eine schiitische geführte Regierung im Irak akzeptieren. "Wir würden die Wahlergebnisse respektieren, wenn es eine faire, freie und offene Wahl gibt", sagte Powell in einem Interview mit dem Abu-Dhabi-Fernsehen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%