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Entführte UN-Wahlhelfer in Afghanistan freigelassen

Nach knapp einem Monat Geiselhaft sind drei in Kabul von radikalislamischen Rebellen verschleppte ausländische UN- Wahlhelfer am Dienstag unversehrt freigelassen worden.

dpa KABUL. Nach knapp einem Monat Geiselhaft sind drei in Kabul von radikalislamischen Rebellen verschleppte ausländische UN - Wahlhelfer am Dienstag unversehrt freigelassen worden.

Annetta Flanigan aus Nordirland, die Kosovo-Albanerin Shqipe Hebibi und der philippinische Diplomat Angelito Nayan seien gesund und an einem sicheren Ort, sagte der afghanische Innenminister Ali Ahmad Dschalali in Kabul. Es habe weder einen Gefangenenaustausch gegeben noch sei Lösegeld gezahlt worden. Ein Sprecher der Gruppe Jaish-e-Muslimeen (Armee der Muslime) sagte dagegen, im Austausch für die Geiseln seien 24 Rebellen aus afghanischer Haft entlassen worden.

Laut Dschalali ist die Freilassung am Dienstagmorgen in Kabul sei ohne Zusammenstöße vor sich gegangen. Am Tag zuvor seien bei Operationen im Zusammenhang mit der Suche nach den Geiseln in und um Kabul aber ein Mensch getötet und drei weitere verletzt worden. Seit Beginn des Geiseldramas seien zwölf Menschen festgenommen worden. Diejenigen, die direkt oder indirekt in die Geiselnahme verwickelt seien, würden zur Rechenschaft gezogen.

UN-Generalsekretär Kofi Annan telefonierte mit den drei freigelassenen Geiseln. "Ich bin sehr erleichtert, dass ihr Leiden und die Angst ihrer Familie und Freunde nun ein Ende haben", sagte er am Rande der internationalen Irak-Konferenz im ägyptischen Scharm al- Scheich. Der US-Sondergesandte in Afghanistan, Zalmay Khalilzad, erklärte: "Diese Freilassung ist eine bedeutende Niederlage für Terroristen, die Geiselnahmen im Stil vom Irak nach Afghanistan exportieren wollten."

Jaish-e-Muslimeen hatte die drei Wahlhelfer am 28. Oktober mitten in Kabul entführt. Die zuvor unbekannte Gruppe forderte zuletzt die Freilassung von Rebellen. Zuvor hatte sie unter anderem einen Abzug der Vereinten Nationen aus Afghanistan und die Freilassung aller Gefangenen auf dem US-Stützpunkt Guantánamo Bay auf Kuba verlangt und zeitweise mit der Enthauptung der Geiseln gedroht.

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