Entführung von Tom und Sonja
Staatsanwaltschaft erhebt Anklage wegen Doppelmordes

Elf Wochen nach dem gewaltsamen Tod der Geschwister Tom und Sonja aus Eschweiler hat die Staatsanwaltschaft Aachen Anklage wegen Doppelmordes erhoben. Die 28 und 33 Jahre alten Beschuldigten sollen die spielenden Kinder entführt, das Mädchen mehrfach sexuell missbraucht und beide erwürgt haben.

HB/dpa AACHEN. Die Angeklagten hatten die Tat gestanden. Bei ihrer Flucht waren sie Mitte April auf einer Schweizer Autobahn festgenommen worden. Die Kinder waren Ende März verschwunden und nach einer intensiven Suchaktion Tage später tot aufgefunden worden. Ihr Schicksal hatte über Wochen die Öffentlichkeit bewegt.

Laut Anklage lockten die Männer die Geschwister in ihr Auto und fuhren zu einem Haus, in dem die Männer ihre Wohnungen hatten. Den 11 Jahre alten Jungen sperrten sie in den Kofferraum, das 9 Jahre alte Mädchen nahmen sie mit ins Haus. Dort hätten sie beschlossen, den Jungen zu töten. Der 28-jährige Tatverdächtige sei mit Tom auf einen Waldparkplatz gefahren und habe ihn dort erwürgt. Beide Männer sollen das Mädchen bis zum nächsten Tag sexuell missbraucht und dann in einem Eifeler Waldstück mit einer Paketschnur stranguliert und erwürgt haben.

Mit dem Beginn der Verhandlung wird im September oder Oktober gerechnet. Dabei sollen sich die mutmaßlichen Täter auch wegen sexuellen Missbrauchs an Kindern und Freiheitsberaubung mit Todesfolge verantworten. Für Mord drohe ihnen eine lebenslange Haftstrafe. Die Begleitumstände der Tat seien bei der späteren Entscheidung über eine Aussetzung der Haft auf Bewährung maßgebend, sagte Oberstaatsanwalt Robert Deller.

Die Beschuldigten hatten Geständnisse abgelegt. Als Tatmotiv gaben sie an, sie hätten ihre sexuellen Bedürfnisse befriedigen wollen. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft waren die Kinder zufällige Opfer. Bei ihrer ziellosen Autofahrt durch die Stadt hätten die Täter die spielenden Kinder auf einem Zechengelände entdeckt. Mit der Behauptung, sie seien Zivilfahnder der Polizei, bewegten sie die Kinder mitzugehen. Die Ermittler haben nach eigenen Angaben keine Hinweise, dass die Beschuldigten auch für andere Verbrechen an Kindern verantwortlich sein könnten.

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