Entgegen dem Branchentrend
Analysten rechnen bei BMW mit Gewinnsprung

Die wegfallenden Verluste der vor einem Jahr verkauften britischen Tochter Rover werden nach Ansicht von Analysten bei dem Münchener Autobauer BMW zu einem ungewöhnlichen Gewinnsprung führen. Im Mittel rechnen die acht von Reuters befragten Analysten für das erste Quartal 2001 mit einem Gewinn von 693 Mill. Euro vor Steuern, die Prognosen liegen mit 375 Mill. bis 935 Mill. Euro jedoch weit auseinander.

Reuters MÜNCHEN. BMW legt am Donnerstag erstmals in der Firmengeschichte einen Quartalsbericht vor, weshalb sich die Branchenexperten mit Prognosen schwer tun. Im ganzen ersten Halbjahr 2000 hatte BMW vor Steuern 719 Mill. Euro verdient, wozu Rover noch einen Verlust von 762 Mill. Euro beisteuerte.

BMW konzentriert sich seit dem Verkauf von Rover für die symbolische Summe von zehn Pfund auf das renditestärkere Luxus- Segment, was bereits im Jahr 2000 zu einem Rekordgewinn von 1,663 (1,111) Mrd. Euro aus dem gewöhnlichen Geschäft geführt hatte. Auch im ersten Quartal 2001 setzte sich der Autobauer sowohl auf dem heimischen Markt als auch in den USA beim Absatz vom Abwärtstrend der Branche deutlich ab.

In Deutschland verkaufte BMW in den ersten drei Monaten des Jahres nach bereits vorliegenden Zahlen 5,8 % mehr Autos, weltweit waren es gar 9,7 % mehr. In den USA schnellte der Absatz im April um 30,5 % nach oben.

Mehr Wachstum durch den Geländewagen X5

"Wir wissen, dass der X5 (ein Freizeit- und Geländewagen) das Wachstum dort beflügelt, aber es wird interessant sein zu sehen, ob die amerikanischen Verbraucher sich tatsächlich der Kompaktklasse zuwenden, in die BMW einsteigen will", sagte Adam Collins von Schroder Salomon Smith Barney. Analysten erwarten jedoch, dass der Konzern mit dem ersten Quartal den Höhepunkt in diesem Jahr schon hinter sich hat. "Traditionell ist die zweite Jahreshälfte bei BMW die stärkere, aber für 2001 erwarten wir wegen der Kosten für Produktanläufe ein schwächeres drittes Quartal", sagte Collins. Im Juli wird in Großbritannien der neue "Mini" auf den Markt gebracht, im September auch auf dem Kontinent. Später folgen neue Modelle der 7er- und der 3er- Reihe.

Im ersten Quartal habe BMW nicht nur von dem hohen Absatz, sondern auch von dem festen $ profitiert, der die deutschen Autos in den USA relativ billig macht, hieß es bei Analysten. Die Schätzungen für den Überschuss nach Steuern in den ersten drei Monaten liegen bei 418 Mill. Euro nach 319 Mill. Euro im den ersten sechs Monaten 2000. Der Umsatz dürfte nach den Erwartungen der Finanzexperten bei 8,62 Mrd. Euro liegen.

Die BMW-Aktie hat seit Anfang 2000 rund 50 % zugelegt. Am Montag lag sie mit 39,00 Euro um mehr als 25 % über dem Jahrestief von 31,02 Euro, das BMW im März erreicht hatte. Seit Beginn diesen Jahres hat das Papier rund zehn Prozent gewonnen, während der Dow Jones European Auto Stoxx Index allerdings 15 % nach oben tendierte.

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